Was unterscheidet Lianen von anderen Kletterpflanzen?
Seilartige Kletterpflanzen bezeichnet man als Lianen. Dieser Name gilt nicht nur für eine Art, sondern ganz allgemein für alle Kletterpflanzen mit holzigen Stämmen. Weinreben und andere holzig, erklimmende Gewächse der gemäßigten Zone sind genau genommen ebenfalls Lianen, auch wenn man unter Lianen meist die riesigen Kletterpflanzen versteht, die im Urwald um einen Platz an der Sonne kämpfen. Manche von ihnen haben Stämme, die so dick wie ein menschlicher Körper sind. Affen und viele andere Dschungeltiere benutzen diese “Buschseile” tatsächlich als Brücken und Straßen, um sich in den oberen Etagen tropischer Wälder fort zu bewegen.
In solche Wäldern scheint jeder Baum mindestens eine Liane zu tragen. Lianen wurzeln im Erdboden und steigen an Bäumen hoch. Manche benutzen da zu Hacken oder Haftscheiben, andere winden sich einfach um den Stamm und breiten sich dann üppig wachsend in der Baumkrone aus, oft 30 Meter und mehr über den Erdboden. Schnell füllen die Lianen Lücken im Wald, die abgebrochene Zweige oder umgefallene Bäume gerissen haben.
Diese Riesen unter den Kletterpflanzen sind zwar völlig auf Bäume angewiesen, um sich festzuhalten, können aber größer als ihr Wirt werden. Ihr Gewicht lässt manchmal gewaltige Äste abbrechen, die einen großen Teil der Liane zu Boden reißen. Oft wachsen diese Kletterpflanzen dann in komplizierten Schlaufen und Schleifen, bevor sie schließlich wieder den Weg in die Höhe finden.
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