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Allgemeines zum Regenwald

FAQ - Frequently Asked Questions

häufig gestellte Fragen

Beitragvon Cliff » Di 04 Feb, 2014 21:16

Einführung

Es ist interessant, beim Anblick einer dicht bewachsenen Uferstrecke, bedeckt mit zahlreichen Pflanzen von vielerlei Art, mit singenden Vögeln in den Gebüschen, mit schwärmenden Insekten in der Luft, mit kriechenden Würmern im feuchten Boden, sich vorzustellen, dass alle diese zweckmäßig gebauten Lebensformen, die sich so stark voneinander unterscheiden und in so mannigfaltiger Weise voneinander abhängen, sämtlich durch Gesetze hervorgebracht sind, die jetzt noch run um uns her wirken...

Es liegt etwas Großartiges in dieser Auffassung, dass das Leben mit seinen mannigfaltigen Kräften ursprünglich nur wenigen Formen oder gar nur einer eingehaucht worden ist, und dass, während sich unser Planet, den fest bestimmten Gesetzen der Schwerkraft zufolge, im Kreise herumbewegt, aus so einfachen Anfange sich eine endlose Zahl der schönsten und wunderbarsten Formen entwickelt hat und noch immer entwickelt...
Charles Darwin, 1959

Regenwald, Tropen, Dschungel, Urwald und so weiter... allein die Begriffe haben die Menschheit seit je her in ihren Bann gezogen. Wie eine abweisende, undurchdringliche Mauer aus Bäumen und Unterholz steigt der Regenwald an Flussufern empor. Hier wo das Licht üppig vorhanden ist gedeihen die Pflanzen in immensem Ausmaß und den verschiedensten Daseinsformen. Dringt man jedoch weiter in den Regenwald vor ändern sich die Lichtverhältnisse rapide. Dunkel und lichtarm – Nacht umgibt einen am helligten Tag. Legenden, Mythen, Abenteuer, Schätze und was wurde nicht alles in Verbindung mit diesem Lebensraum gebracht. Die Faszination Regenwald oder umgangssprachlich des Dschungels liegt wohl an den vermeintlichen Gefahren, dem Unerforschten und vor allem der Vielfalt des Lebens. Diese Vielfalt spiegelt sich in der Tier- und auch Pflanzenwelt wieder. Faszinierende Arten, grelle Farben, ein Meer an Grün und unerforschte Zusammenhänge und Symbiosen offenbaren sich in den Regenwäldern der Erde..

Hier möchte ich kurz einige Informationen über den Lebensraum vieler Arten, unter anderem den grünen Wasseragamen, geben.

Vorab eine kurze Einführung zu der Heimat der grünen Wasseragamen, den tropischen Wäldern/ Regenwäldern Südostasien. Südostasien gehört zu den artenreichsten Gebieten der Erde.Die tropischen Gebiete können grob in drei Formen aufgeteilt

Immergrüner Tieflandfeuchtwald
o Temperaturen etwa 22 - 28°C

Immergrüne Montane Feuchtwälder
o Temperaturen etwa 14 - 22°C

Immergrüne Gebirgsfeuchtwälder oder Wolkenwälder
o Temperaturen etwa 10 - 14°C

Nun ein paar allgemeine Informationen zu den tropischen Regenwäldern der Erde.

Klima der Tropen

Für alle Tropengebiete ist das Klima der kennzeichnende Faktor. Eine einfache Abgrenzung bezieht sich auf den Einfallswinkel der Sonnenstrahlen. Die Sonne steht mindestens zweimal im Jahr mittags senkrecht am Himmel (im so genannten Zenit) und Gegenstände werfen keinen Schatten mehr. Die Wendekreise (Breitenkreise der Erde in 23°27` N und S, an denen die Sonne ihre jährliche scheinbare Bewegung am 22. Juni und am 23. Dezember umkehrt, siehe Skizze unten) werden demnach die als Außengrenze der Tropen betrachtet, wobei eine Konzentration der Regenwälder zwischen dem 10° Nord und Süd festzustellen ist. Auch zu allen anderen Jahreszeiten ist die Sonneneinstrahlung hier höher als nördlich und südlich davon. Da die Sonne abends fast senkrecht unter den Horizont taucht bzw. morgens über ihm aufgeht, sind die Dämmerungsphasen in den Tropen sehr kurz.

Die senkrecht am Himmel stehende Sonne hat sehr viel Kraft und es entsteht große Hitze. Die Tagestemperaturen sind entsprechend hoch und die Temperaturschwankungen im Jahresverlauf sind eher gering. Kennzeichnend für die Tropen ist demnach auch das Tageszeitenklima.

Weltkarte mit eingezeichneten Tropen, nördlichem und südlichem Wendkreis und ÄquatorAllerdings lässt sich die Verbreitung der Tropen nicht ausschließlich an den zuvor geschilderten Bedingungen fest machen. Die Außengrenze sind bei näherem Hinsehen nicht immer die Wendekreise. Andere Indikationen sind die tatsächlichen Temperaturen und lokale Standortbedingungen und nicht nur der Einstrahlwinkel der Sonne. So bildet hier die Außengrenze die Temperatur 20°C für den kältesten Monat, oder man bezeichnet solche Gebiete als Tropen, in denen nie Frost auftritt.

Die gerade geschilderten Abgrenzungen nach der tatsächlichen Temperatur beziehen sich jeweils auf die Tiefländer („warme Tropen“). Doch selbst diese Eingrenzung erweist sich als schwierig, denn auch die Tiefländer innerhalb der Tropen weisen teilweise extreme Unterschiede auf. Hierbei spielt auch die Niederschlagshöhe und –verteilung eine Rolle. Aus diesem Grund unterteilt man die Tropen auch noch in „dauer- oder immerfeuchten Tropen“ (innere Tropen) und die „wechselfeuchten Tropen“ (äußere Tropen). Die äußeren Tropen sind der Regel weiter vom Äquator entfernt, sowie die angrenzenden trockeneren Räume („Randtropen“). Je näher die jeweilige Zone am Äquator liegt, desto dichter liegen die beiden Regenzeiten zusammen, bis sie schließlich in eine durchgehende übergehen. Im Jahresmittel ist die Niederschlagsmenge sehr hoch, so beträt die für die Gebiete der immergrünen tropischen Regenwälder ca. 2000 – 4000 mm pro Jahr.

Entstehung des Passatkreislaufs

Die erwärmte Luft steigt schnell auf und fließt polwärts ab. So entsteht eine Zone mit niedrigem Luftdruck, ein Tiefdruckgebiet. Von den Seiten kommen beständig wehende Winde, die so genannten Passate hinzu und kompensieren den „Unterdruck“. Diese Passate kommen zum einen von der Nordhalbkugel („Nordostpassat“) und von der Südhalbkugel („Südostpassat“). Sie sind gleichmäßige, ihre Richtung beibehaltende Winde. Die Passate strömen somit aus zwei Richtungen gegeneinander und nähern sich an (konvergieren; deshalb innertropische Konvergenzzone, ITC).

Diese Passate führen viel Feuchtigkeit vom Meer mit sich. Die über den Tropen aufsteigende Luft kühlt mit zunehmender Höhe ab und da kalte Luft weniger Wasserdampf speichern kann bilden sich Wolken. Ein Teil dieser Wolken entlädt sich über den Tropen in Form von heftigen Schauern, Gewittern und Regen am Mittag oder Nachmittag. Durch diese Gegebenheiten ergibt sich rund um den Äquator das warme, feuchte Klima, das der tropische Regenwald (Tropen) für sein Überleben braucht. Allerdings kann dieser Kreislauf nur dort funktionieren, wo zu beiden Seiten des Äquators annähernd gleich große Landmassen vorhanden sind, sprich in Südamerika und Afrika.


Passatkreislauf der Tropen

Der zwischen den Wendekreisen wechselnde Sonnenstand innerhalb eines Jahres verursacht eine entsprechende Veränderung der Druckverhältnisse in der Luft. Hierdurch entstehen auch entsprechend andere Windgürtel/ -systeme, die sich in einigen Zonen der Erde als Winterregengebiete darstellen.

Die asiatischen Tropen (im kontinentalen Raum) werden nicht von Passatwinden, sondern vom Windsystem des Monsuns mit Niederschlägen versorgt. Dieses Windsystem ist eines, bei dem die Richtung des Windes im Laufe es Jahres um 120 Grad voneinander abweicht.

Auf die sintflutartigen Monsun-Niederschläge im "Sommerhalbjahr" folgt im "Winterhalbjahr" eine ausgedehnte Trockenzeit. Folge: Derart schwankende Niederschlagsverhältnisse verhindern das entstehen der klassischen "Tropen" (der tropischen Regenwälder) - es entsteht der so genannte "Dschungel".

Biodiversität

Eines der zentralen Merkmale des Ökosystems tropischer Regenwald ist die außerordentliche Vielfalt (Biodiversität) unterschiedlicher Tier- und Pflanzenarten. Diese Biodiversität wird begleitet von einem anderen Phänomen: Viele Arten weisen nur sehr geringe Individuenzahlen auf. Auf einem Quadratmeter Regenwald wachsen mehr Pflanzen als in ganz Europa. Ähnliches gilt auch für die Tierwelt.

Tieflandregenwälder
[Einführung] [Biomassenproduktion] [Stockwerkbau & Vegetation] [Nährstoffe] [Artenvielfalt]


In diesen als „typische“ Regenwaldform bezeichneten Wälder liegen die Temperaturen zwischen 25° und 27°(Grad Celsius), die Niederschläge erreichen mindestens 1,8 Meter pro Jahr. Wie bereits geschildert fallen diese meist am Mittag oder Nachmittag. Die Temperaturen können an einem Tag um 6 Uhr um 23 °C liegen und um 14 Uhr um 33 °C also 10 °C Unterschied. Selbst während der Regenzeit können Schwankungen von bis zu 7 °C vorkommen. Die Niederschläge sind hoch, fallen aber nicht so regelmäßig aus wie evtl. angenommen.

Die Luftfeuchtigkeit ist hoch und liegt im Tagesdurchschnitt bei 80 %. Die meisten Sonnenstrahlen fallen innerhalb des Vormittages und erhöhen die Temperaturen auf stellenweise bis zu 40 °. Die Luftfeuchtigkeit nimmt auf circa 50 – 60 % ab. Wärmere Luft kann die Feuchtigkeit besser aufnehmen und halten. Die immergrünen Tieflandregenwälder sind die am meisten verbreiteten Regenwälder. Diese "inneren Tropen" haben üppige Vegetation, Stockwerkbau und hoher Biomassenproduktion.

Biomassenproduktion

Wissenschaftler bestimmen dazu die tierische und pflanzliche Biomasse einer definierten Fläche tropischen Regenwalds um ein Verhältnis angeben zu können. Die Biomasse bezeichnet die Menge oder das Gewicht lebender Organismen bezogen auf eine Fläche oder ein Volumen.

Pflanzliche Biomasse
Auf einem Hektar tropischen Regenwaldes findet man mehr als 1000 Tonnen pflanzlicher Biomasse, hauptsächlich Bäume. 980 Tonnen davon sind im Holz dieser Bäume "gespeichert", 20 Tonnen im wesentlichen in deren Blattmasse. Die Menge an toter Pflanzenmasse (verfaulende Reste umgefallener Bäume usw.) beträgt rund 100 Tonnen pro Hektar.

Tierische Biomasse
Im Vergleich dazu nimmt sich die tierische Biomasse auf der gleichen Fläche geradezu winzig aus: Gerade einmal 35 Kilogramm sind es oberirdisch (Insekten, Wirbeltiere usw.) und 165 Kilogramm sind es unterirdisch - in Form von Kleintieren und Mikroorganismen. Tiere spielen, rein mengenmäßig betrachtet, im tropischen Regenwald nur eine untergeordnete Rolle.

Die Biomassenproduktion beträgt im Jahr über 30 Tonnen im tropischen Regenwald. Dies ist fast dreimal so viel wie in einem Buchenwald der gemäßigten Zonen.

Stockwerkbau und Vegetation

Der bekannte Tropenforscher Paul W. Richards entwickelte die These, dass Tropenwälder vertikal geschichtet seien: Stockwerkbau. Insgesamt unterschied er fünf Schichten a, b, c, d und e beginnend mit dStockwerkbau im tropischen Regenwalden aus dem Kronendach herausragenden Baumriesen (Überständern) bis zu den niedrigen Pflanzen auf dem Waldboden. Mit den Buchstaben a-e werden, sehr stark vereinfacht, die einzelnen Stockwerke eines tropischen Tieflandregenwaldes bezeichnet. Nur ein Prozent des einfallenden Sonnenlichts gelangt auf den Waldboden und alle Pflanzen streben zum Licht. Hierbei haben sie unterschiedlichste Überlebensstrategien entwickelt. Die höchsten Bäume können bis zu 60 Meter hoch werden. Hier finden sich Urwaldriesen wie etwa Limba und das begehrte Mahagoni .

Die vertikale Einteilung tropischer Wälder in Schichten (Stockwerke) ist in der Wissenschaft sehr umstritten: Es wird viel darüber diskutiert, ob sich solch komplexe Systeme derart vereinfachen lassen. Im gezeigten Beispiel eines tropischen Tieflandregenwaldes (Abbildung unten) wird die oberste Kronenregion - das Kronendach - größtenteils aus den Kronen von Bäumen (z. Bsp. Teak) der mittleren Schichten (b und c) gebildet. Bäume dieser Schichten besitzen in etwa eine Höhe von 20 bis 40 Metern, und sie beherbergen eine enorme Tier- und Pflanzenvielfalt. Die krautige Bodenschicht (Strauch- und Krautschicht = e) führt buchstäblich ein Schattendasein, nur ein Prozent des Sonnenlichts erreicht den Waldboden. Es ist dunkel und windstill. Nur wenige Arten wie Begonien, Philodendron und Usambaraveilchen können mit so wenig Licht auskommen. Viele Arten haben besonders große Blätter zur Aufnahme des Lichts entwickelt. Über dieser Krautschicht liegt ab einer Höhe von 10 Meter bis ca. 15 Meter die untere Baumschicht mit kleineren Bäumen und Sträuchern. Ab 15 Meter bis hin zur oberen Baumschicht wachsen Bäume mit schmalen Kronen (z. Bsp. Palisander). Auf einem Hektar können bis zu 100 verschiedene Baumarten vorkommen.

Für den kommerziellen Vertrieb sind folgende Baumsorten besonders wichtig:
Mahagoni: Bootsbau, Möbelindustrie, Innenausbau
Limba: Furniere für Möbel und Innenausbau, Sperrholz
Teak: Schiffbau, Hafenanlagen, Brücken
Balsa: Fischnetze, Schwimmkörper, Modelflugzeuge
Palisander: Möbel, Furniere, Gebrauchsgegenstände
Ebenholz: Musikinstrumente, Griffe, Stöcke


Pflanzen im tropischen Regenwald

Im tropischen Regenwald dominiert die Farbe "grün". Das Ökosystem wird eindeutig von Bäumen dominiert, deren Biomasse und Produktivität immens groß sind. Sträucher und Kräuter findet man so gut wie gar nicht - zumindest nicht am Boden.

Im Laufe der Evolution haben sich auch die Tierarten auf die jeweiligen Stockwerke angepasst. Auf dem Boden sind hierbei die wenigsten Tiere zu finden. Die meisten Arten kommen im Kronendach vor. Selbst Frösche finden in den Aufsitzerpflanzen kleine Wasserreservoirs zum Überleben.


Nährstoffe und Nährstoffkreislauf

Kurzgeschlossener Nährstoffkreislauf
Man könnte ohne Bedenken sagen, dass der Regenwald von der "Hand in den Mund lebt". Entgegen der Berichte von ersten Forscherreisen ist der Regenwald nicht der überquellend fruchtbare Lebensraum. Es ist vielmehr so wie es dass Sprichwort beschreibt. Nährstoffe werden nicht im Humus gespeichert und wieder aufgenommen, sondern der Nährstoffkreislauf verläuft ohne Unterbrechung.

Während zum Beispiel in mitteleuropäischen Wäldern durch Kleinstlebewesen die toten Tier- und Pflanzenteile auf dem Boden nur während des Frühjahrs und Sommers abgebaut werden können und sich die dunkle, würzig riechende, fruchtbare Humusschicht aus den angesammelten und nicht vollständig zersetzten Tier- und Pflanzenteilen der Herbst- und Wintermonate bilden kann, werden in den Tropen ganzjährig tote Tier- und Pflanzenreste abgebaut und es kann sich keine Humusschicht bilden. Bakterien und Pilzen kommen hierbei nicht nur die ganzjährig hohen Temperaturen sondern auch die Niederschläge und hohe Luftfeuchtigkeit zu Gute. Unter einer sehr dünnen Schicht von herab gefallen Blättern, Früchten, Ästen und anderem findet man direkt unfruchtbare Erde (Sand und Lehm).

Als logische Konsequenz hieraus bleibt festzuhalten, dass sich die Nährstoffe nicht im Humus sammeln, sondern in den Pflanzen selbst. Wie die obere Grafik deutlich macht ist es somit ein geschlossener Kreislauf ohne Unterbrechung. Diese soeben beschriebene minimale Schicht über Sand und Lehm birgt natürlich viele Risiken. Sie läßt sich bereits mit dem Fuss beiseite scharren und ist erst recht anfällig, sobald der Regenwald über ihr abgerodet wurde und Erosion eintritt und der Nährstoffkreislauf unterbrochen wurde. Einige Wissenschaftler führen den Boden als eines der ökologischen Hauptmerkmale des Regenwaldes an.


Artenvielvalt

Wie bereits im ersten Abschnitt geschildert gibt es im Regenwald auf einem Quadratmeter mehr Pflanzenarten als in ganz Europa. Ähnliches trifft auch auf die Tierwelt zu. Diese beschriebene Biodiversität verdeutlicht sich z. Bsp wie folgt: Würde man mit einem Netz Insekten (Schmetterlinge) fangen, so hätte man in Kürze eine große Menge an Tieren gefangen. Allerdings würde man wahrscheinlich immens lange benötigen um von jedem gefangenem Tier noch ein weiteres der gleichen Art zu fangen.

In unseren mitteleuropäischen Wäldern kommen meistens wenige Arten vor und diese sind oft räumlich dicht beieinander (z.Bsp. Buchenwälder). Diese eine Art kommt im Gegensatz zu Arten im Regenwald auf der gleichen Fläche viel häufiger vor. Im Regenwald können Pflanzen einer bestimmten Art kilometerweit voneinander entfernt stehen .

Schätzungen zufolge sind 60-90% der Tier- und Pflanzenarten unserer Erde nur im Regenwald zu finden. Viele sind nicht mal erforscht. Woran kann dies Vielfalt auf verhältnismäßig kleinem Raum liegen?

Zum einen ist der jeweilige Lebensraum einer Art sehr isoliert. Es gibt somit zwar viele Arten, aber ihre Fallzahlen sind teilweise verschwindend gering. Sie haben sich auf ein minimalen Lebensraum und dessen individuellen Bedingungen spezialisiert .

Zum anderen kann es am hohen Alter der Regenwälder liegen. Zwar schrumpften sie in der Eiszeiten zusammen und wurden zerteilt, aber in diesen Urregenwälder konnten viele Tier- und Pflanzenarten überleben. Diese so genannten Urregenwälder sind über 60 Millionen Jahre alt. Hier bildeten sich auf kleinem Raum zusätzlich viele Arten.


Bedrohung des Regenwaldes

Fast täglich erreichen uns erschreckende Nachrichten aus Südamerika, Afrika und Asien über die Vernichtung des Regenwaldes.

Der Regenwald wird in der heutigen Zeit immer noch immens gerodet. Teilweise zur Gewinnung der Edelhölzer und deren Weiterverarbeitung und zur Gewinnung von Bodenschätzen. Aber auch zunehmend zur landwirtschaftlichen Nutzung wie Ackerbau und Viezucht.

Der Regenwald wird in der heutigen Zeit immer noch immens gerodet. Teilweise zur Gewinnung der Edelhölzer und deren Weiterverarbeitung und zur Gewinnung von Bodenschätzen. Aber auch zunehmend zur landwirtschaftlichen Nutzung wie Ackerbau und Viehzucht. Hierbei ist nicht der Wanderfeldbau der „Eingeborenen“ gemeint. Dieser nahezu unbelastende Anbau von Nutzpflanzen der für den Eigengebrauch belastet den Regenwald nicht in dem Maße wie es kommerzielle Rodungen der letzten 100 Jahre getan haben. Dein Dauerfeldbau scheitert an dem zuvor beschriebenen geschlossenen Nährstoffkreislauf und bereits nach wenigen Jahren geht der Ertrag zurück .

Durch die großflächige Zerstörung, zum Beispiel durch Brandrodungen, wird der Boden schutzlos und angreifbar. Landwirtschaftlich lässt sich die gewonnene Ackerfläche nur mäßig oder kurzzeitig nutzen. Dies liegt auch an den bereits geschilderten fehlenden Humusschichten. Der Boden ist zum einen schnell "aufgebraucht" und zum anderen durch Erosion abgetragen (um die zwei Jahre nutzbar). Auch treten hierdurch Nebenerscheinungen wie heftige Erdbewegungen bei starkem Regen auf. Die Erde wird nicht mehr durch die starken Tropenbäume gehalten und ist Regen und Wind schutzlos ausgeliefert. Zudem müssen die Menschen nach etwa zwei Jahren weiterziehen und evtl. wieder Regenwald abholzen oder niederbrennen.

Vereinzelnd wird bereits Tropenholz aus Plantagen angeboten. Allerdings macht dies vielleicht 1 oder 2% der angebotenen Hölzer aus und der Rest wird aus Raubbau angeboten. Weltweit gibt es derzeit eine Vielzahl von Organisationen und Personen die gegen die Zerstörung dieses einmaligen Lebensraums vorgehen. Es bleibt zu hoffen, dass diese Bemühungen von Erfolg gekrönt werden .

Es ist fast ein Wettkampf gegen die Zeit, denn neben wertvollem Holz, Bodenschätzen und der kurzfristig wirtschaftlichen Nutzung des Ackers birgt der Regenwald neben seiner Artenvielfalt noch viel mehr. Zum Beispiel entdecken Wissenschafter immer mehr Heilmittel in den Pflanzen des Regenwaldes. Zudem sind hunderte von Insektenarten noch nicht einmal erforscht. Inwieweit das Weltklima von der Minimierung der so genannten grünen Lungen betroffen ist wird zunehmend diskutiert. Der Regenwald stellt einen riesigen Kohlenstoffspeicher dar. In Südostasien war im Jahre 2004 bereits 60% des Regenwaldes gerodet. Diese Zahl dürfte heute noch höher ausfallen.

Der Regenwald ist einzigartig und gerade diese Einzigartigkeit und ihre individuellen Lebensgemeinschaften machen den Regenwald angreifbar. Kleine Veränderungen können weit reichende Folgen haben.

Einige der folgenden Texte sind zum Teil aus der Literatur und aus Internetquellen zusammengetragen. Die Literaturquellen werden in Kürze dem Text angehängt. Eine Internetquelle lautet www.faszination-regenwald.de und ich kann diese Seite nur weiterempfehlen. Viele interessante Informationen nicht nur um die Biologie des Regenwaldes, sondern auch rund um den Schutz der noch vorhandenen Regenwälder!


Verwendete Literatur/ Quellenangaben

www.faszination-regenwald.de

Tropischer Regenwald; Francesco Petretti; Gondrom Verlag; 144 Seiten
Beeindruckender Bildband im Großformat und vielen beeindruckenden Bildern.

Was ist Was? Band 90; Der Regenwald; Andrea Mertiny; Tessloff Verlag; 48 Seiten;
Ein herrlicher Was ist Was Band mit simpel aber gut erklärten Details aus dem Regenwald.

Fundamente, Dritte Welt. Entwicklungsräume in den Tropen; Ulrich Kümmerle, Norbert von der Ruhren; Klett Verlag; 148 Seiten;
Ein in erster Linie wirtschaftliches Buch mit den Wirtschaftsformen, Nutzungssystemen und anderem. Hat aber auch seinen Teil zum obigen Text beigetragen.

Durchblick; GSW Erdkunde 7/8; Westerman Verlag; 192 Seiten;
GSW; Realschule 7/8; Klett Verlag; 297 Seiten;

Menschen Zeiten Räume; Cornelsen Verlag; 320 Seiten;
Einige Lexikas, Zeitschriften (z. B. geo) und diverse Biologie-Schulbücher komplettierten die Literatur!

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