Wasseragamen - Forum   Terrarienbeleuchtung 

Bright sun - Welches Vorschaltgerät?

Alles über die Beleuchtung eines Terrariums

Beitragvon LadyDragon » So 15 Apr, 2012 16:19

Hallo
Habe heute beim Lesen noch einige Daten gefunden:
Nitschke schreibt in Fortpflanzung und Zucht der Terrarientiere auf Seite 100:
Zitat: Auch der Aufenthalt in Waldgebieten oder sonstigen Pflanzenwuchs, in bzw. unter dem sich die Tiere aufhalten, garantiert nicht den vollen Lichteinfall. So haben Messungen in Regenwaldgebieten von Panama folgende Werte ergeben (s. L. Geiger):
Waldetage
• Obere Kronenraum 25-23 m - 25% Lichtmenge
• Gipfel kleiner Bäume 18-12 m - 6% Lichtmenge
• Stammraum 9-6 m – 5% Lichtmenge
• Waldboden 0 m – 1% Lichtmenge
Es ist sehr schwierig, die Beleuchtungsstärke des Sonnenlichtes im Terrarium durch künstliche Lichtquellen zu ersetzen. Wie groß die Beleuchtungsstärke (gemessen in Lux) des natürlichen Sonnenlichtes ist, zeigen folgende Werte:
• Volles Sonnenlicht, Hochsommer: 100 000 Lux
• Im Schatten eines Baumes : 10 000 Lux
• Auf einem überdachten Balkon: 5 000 Lux
• Am Zimmerfenster: 2000-3000 Lux
• Kst. Lichtquelle (Glühl.) im Zimmer: 20-40 Lux
Dann fand ich lt. Nitschke noch Vorzugstemperaturen (VT) und Aktivitätstemperaturen (AT) etlicher Arten und Gattungen. – sorry leider keine Agamenart.
Igauna iguana 43°C VT und 33°C AT

Das sind nun aber Abfallprodukte einer anderen Sache, für die ich gerade lese.
verbissene Grüße Lady Dragon
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Beitragvon Cliff » Fr 20 Apr, 2012 14:12

Moin Moin,

nachdem ich dieses Thema einige Tage ignoriert habe, bin ich den letzten Beitrag noch einmal in Ruhe durchgegangen und irgendwie finde ich den Bezug zum Thema "Brigth sun und anderes Vorschaltgerät" nicht :confused:

Bei der Ausgangsdiskussion ging es doch daraum, dass durch ein anderes Vorschaltgerät der Bright sun mehr Leistung abverlangt wird und das sich dadurch auch der UV relevante Anteil im Licht sich verändert, sowie die Lampe heller scheint und dadurch auch schneller abnutzt.

Dann will ich das Ganze für mich noch mal sortieren:

1. Das Lichtspektrum verändert sich durch Verwendung eines anderen EVGs und der UV relevante Anteil wird geringer, wobei die Frage offen bleibt, ob das Beachtung finden muss oder ob der verminderte UV relevante Anteil noch ausreicht. Hier würde ich gerne noch die Frage einwerfen, welche UV Anteil den für die Vitamin D Herrstellung wichtig ist? Das weiß ich so jetzt gar nicht - vielleicht kann ja jemand helfen?!?!

2. Der Betrieb mit anderem EVG führt zu einer höheren Lichtleistung (also mehr Lux), was im ersten Moment ja gut erscheint, denn man nähert sich dem Sonnenlicht an. Ist dies allerdings wirklich so oder wie verteilt sich das Farbspektrum?

3. Kann man die höhere Abnutzung nicht eh vernachlässigen, da man die Leuchtmittel eh jährlich austauschen sollte, oder???

Bin gespannt auf weitere "erleuchtende" Anmerkungen!

Dunkle Grüße
Cliff
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Beitragvon Cliff » Mi 25 Apr, 2012 06:21

Moin,

leider sind in diesem interessantem Thema immer noch keine weiteren Beiträge... hmmm

Auf jeden Fall bin ich bei Recherche für den UV-Beitrag auf folgende externe Quelle gestossen:


Quelle: http://www.licht-im-terrarium.de/vitamind/reptilien hat geschrieben:
Unnatürliche UV-Spektren verändern die Vitamin D Bildung

Für menschliche Haut ist seit den 1980ern bekannt, dass das UV-Spektrum beeinflusst, welche Menge Vitamin D maximal gebildet werden kann [56]. Unnatürlich kurzwellige Spektren können zu einem unnatürlich hohen Vitamin-D-Blutspiegel führen (siehe auch Vitamin D)

Bei Grünen Leguane (Iguana iguana), die unter einer Abwandlung einer Sylvania 2096 Lampe gehalten wurden (Leuchtstoff Typ UVB313) wurden ein unnatürlich hoher Calcitriol-Spiegel im Blut von bis zu 1200 ng/ml nachgewiesen [328] [329].

Bei Bartagamen, die unter einer Typ UVB313 Leuchtstofflampe gehalten wurde, kam es trotz sehr geringer Bestrahlungsstärke (20-30µW/cm²) bereits nach nur 2 Stunden täglicher Bestrahlungsdauer zu einer Sättigung der VitaminD-Blutwerte [563]
Hornhaut/Bindehautentzündungen durch kurzwellige UV-Strahlung, teilweise mit Todesfolge

Bei Grünen Leguanen die aus geringer Entfernung mit einer Philips F40UVB Leuchtstoffröhre (Leuchtstoff Typ vermutlich ähnlich UVB313) bestrahlt wurden verhielten sich einige Tiere apathisch und hielten die Augen geschlossen (Symptome einer Hornhaut/Bindehautentzündung) [326]

Ab dem Jahr 2006 wurden vermehrt UV-Kompaktleuchtstofflampen mit einem Typ UVB313 Leuchtstoff auf den Markt gebracht. Kompaktleuchtstofflampen erreichen sehr viel höhere Bestrahlungsstärken als Leuchtstoffröhren, insbesondere dann wenn zusätzlich ein Reflektor verwendet wird. Mehrere Reptilien entwickelten ernsthafte Hornhaut/Bindehautentzündungen, teilweise mit Todesfolge! Weitere Fälle wurden beim Einsatz von UV-Röhren und Mischlichtlampen bekannt: Nach der Installation neuer UV-Lampen Verbrennungen an Haut- und Augen zusammen mit einem schlechten Allgemeinbefinden (Futterverweigerung, Lethargie, Häutungsschwierigkeiten) auf. In den letzten Jahren sind über 200 Fälle und über 20 Todesfälle dokumentiert [540; 574].

Ähnliche Fälle liest gelegentlich bei Bestrahlung mit der Ultravitalux aus zu geringer Entfernung und seitlicher Bestrahlung [50; 375] und bei hqi-Strahlern, insbesondere bei Brennern ohne UV-Stopp oder ohne Schutzglas [50]. Auch bei der Powersun 100W mit Leuchtstoffbeschichtung und der im Jahr 2010 fehlerhaft produzierten (und sofort zurückgerufenen) MegaRay und Active UV Heat sowie verschiedenen Leuchtstoffröhren sind Hornhaut/Bindehautentzündungen, teilweise mit Todesfolge, aufgetreten [574].
Hautschäden

Bei oben bereits erwähnter Studie mit Grünen Leguanen und einer Philips F40UVB Leuchtstoffröhre [326] entwickelten Tiere eine dunkle Hautveränderungen.



Dies würde ja auch die Verwendung von anderen EVGs bei UV-Strahlern wie der Bright sun erneut und womöglich zu Recht in Frage stellen. Die Verschiebung des Spektrums und womöglich mehr sichtbares Licht und veränderte UV Strahlung könnten doch auch schädlich sein, oder?

Amateurhaft im Dunkeln suchende Grüße
Cliff
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Beitragvon Cliff » Mi 25 Apr, 2012 06:57

Quelle="http://www.hagen.com/pdf/reptiles/Exo_Terra_Lighting_Guide_DE.pdf hat geschrieben:„…Heutzutage übersteigen viele herkömmliche Lampen für Reptilien den Wert
von 270 mW/cm2, weil sie versuchen wollen, die höchste UVB-Strahlung zu
zeigen. Einige übersteigen sogar 2000 mW/cm2.

Dies ist absolut gefährlich!

mW/cm² = Milliwatt pro Quadratzentimeter


Besonders wenn man weiß, dass der 270er Wert der Sonne nur zur Mittagszeit
an einem klaren Tag gemessen wird. Die meisten Lampen haben jedoch 10 bis
12 Stunden lang einen konstanten Wert. Reptilien speichern diese UVB-Strahlen
während des Tages (10 bis 12 Stunden). Man braucht also nicht ständig eine
konstante Strahlung von 270 mW/cm2.


mW/cm² = Milliwatt pro Quadratzentimeter

Interessant wäre nun meines Erachtens, wie diese Zahlen den auf Seite 1 genannten Zahlen (Bright sun 0.26 W/lm) entsprechen. Also konkret wieviel 0.26 W/lm in mW/cm² sind?!? Leider fehlen mir die mathematischen Kenntnisse, um diese Zahlen zu vergleichen...

Grübelnde Grüße
Cliff
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Beitragvon LadyDragon » Mi 25 Apr, 2012 07:28

Guten Morgen
viele dieser Messdaten verwirren, vor allem wenn sie darauf ausgerichtet sind, ein bestimmtes Leuchtmittel besser zu werben :o
In deinem letzten Beitrag wird darauf verwiesen, dass bestimmte Leuchtmittel ganztags hohe Werte anbieten, wo doch die Sonne im Tagesverlauf schon distanziert.

Ich denke, man sollte genügend strukturieren, damit das Reptil den Strahlungsbereich selbst wählen kann. Großterrarien haben oft schon ausreichend Struktur, dein Testbericht erstellte aber NamibaTerra und diese Terrarien sind bekanntlich kleine Käfige.
Irgendwo las ich einen Bericht, wo Reptilien ganz gezielt nach Bedarf Sonnenstunden nehmen. Haben sie Defizit findet man sie länger in der Sonne, sind sie ausgeglichen, ziehen sie sich schneller in Schattenbereiche, Wohnhöhlen usw. zurück.

Gruß Lady D
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Beitragvon Cliff » Mi 25 Apr, 2012 09:19

Hey Lady,

soweit waren wir doch schon :P Ausgewogene Beleuchtung mit verschiedenen Leuchtmitteln :D

Trotzdem wäre noch zu klären, ob eine Beleuchtung nur mit HQI und ähnlichen Strahlern ausreicht, oder ob UV notwendig ist. Diese Aussage findet man im Netz ja zu Genüge und letztendlich ist das noch gar nicht eindeutig klar. Wenn zum Beispiel jemand hier schreiben würde, dass er drei 70 Watt HQI Strahler hat und diese als Beleuchtung nutzen möchte - müsste ich dann noch UV Strahlung empfehlen (Vitalux oder ähnliches)?

Weiterhin grübelnde Grüße
cliff
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Beitragvon LadyDragon » Mi 25 Apr, 2012 09:43

Cliff hat geschrieben:Hey Lady,

soweit waren wir doch schon :P Ausgewogene Beleuchtung mit verschiedenen Leuchtmitteln :D
- müsste ich dann noch UV Strahlung empfehlen (Vitalux oder ähnliches)?

Weiterhin grübelnde Grüße
cliff

Hey Cliff,
Fett gemacht und Unterstrichen - mein deutliches Ja, verschieden Leuchtmittel anbieten und die Tiere machen lassen.
bekennende Grüße zu Jahrzehnte Vitalux , bleibendes Misstrauen zu Bright sun,SR und Co.
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Beitragvon Eunectes » Mi 25 Apr, 2012 19:42

Cliff hat geschrieben:Also konkret wieviel 0.26 W/lm in mW/cm² sind?!?


Geht nicht, wäre wie der berühmte Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Das sind verschiedene Werte, die nichts miteinander zu tun haben.

mW/cm² ist sowieso als in den Raum gestellter Wert nichtssagend. Wichtig dazu wäre der Abstand zur Lichtquelle. Denn je größer der Abstand ist, auf eine umso größere Fläche verteilt sich die Leistung und ist damit pro Quadratzentimeter geringer.
Dazu kommt, dass die Tiere sich natürlich bewegen und den Abstand damit ständig ändern.

Gruß Stefan
Der Mensch kann wohl tun was er will. Doch er kann nicht wollen was er will.
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Beitragvon Cliff » Do 26 Apr, 2012 07:27

Hey Stefan,

danke für den Hinweis - gut, dass ich mir nicht die Mühe gemacht habe eine Lösung zu finden :D

Beste Grüße
Cliff
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Beitragvon tinie » Di 01 Mai, 2012 00:46

Cliff hat geschrieben:
ich denke, dass hat schon durchaus seinen Grund, denn die Sonneneinstrahlung, bzw. das Spektrum in einer Wüste ist sicherlich anders, als das unter den Baumkronen des Regenwaldes, bzw. von subtropischen Wäldern.

Cliff


Hatte hier noch eine Seite gefunden, die ihr sicher auch alle kennt, das Licht wird für Waldbewohner als gelb -grün bezeichnet und so kann man auch die Bright sun jungle beschreiben.
http://www.licht-im-terrarium.de/sonne/waldlicht

Also sollte man doch das Spectrum nach Wald-oder Wüsten/Steppenbewohner unterteilen, um den gewissen Wohlfühlaspekt zu erfüllen.:)
Lieben Gruss von tinie
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