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Inkubation von Wasseragamen-Eiern

FAQ - Frequently Asked Questions

häufig gestellte Fragen

Beitragvon tinie » Do 08 Mär, 2012 11:24

Inkubation der Wasseragameneier / von Physignathus cocincinus (Grüne Wasseragame) und Istiurus lesueurii (Australische Wasseragame)

Grundlegend vor jeder Inkubation der Reptilieneier sollte man sich vor lauter Euphorie erstmal fragen, ob man die Nachzucht überhaupt vermitteln kann.
Derzeitig sind die Grünen Wasseragamen wenig gefragt, da sie zum einen billig durch Wildfänge vermarktet werden und durch ihre aufwendige Haltung wenig Nachfrage vorhanden ist.
Bei den Australischen Wasseragamen sieht die Marktlage schon anders aus, es gibt prinzipiell keine Wildfang von Australien und hier werden gelegentlich einige Jungtiere gesucht.
Wer nur aus Spaß an der Freude und Interesse inkubieren möchte, rate ich , nur mal 2 -3 Eier zu inkubieren, aber nicht das ganze Gelege.
Es ist ja nicht nur die Vermittlung alleine, sondern bis dahin sollten die Eier gut inkubiert werden und die Jungtiere artgerecht und vitaminreich aufgezogen werden und das kostet Geld und Zeit !

Kommen wir nun zur Inkubation. Die Wasseragameneier werden bei Temperaturen von 26°C bis max. 30°C inkubiert , die Inkubationszeit verläuft je nach Temperatur von minimum 53 Tage bis max. über 100 Tage , aber normale Durchschnitt liegt bei 28°C um die 70 Tage Inkubation.

Es gibt mehrere Möglichkeiten die Eier zu inkubieren:
- die Aquarienmethode über ein beheizbare Wasserschale
- ein Flächenbrüter über Heizkabel oder -matte
- ein Motorbrüter mit Umluft

Folgende Unterschiede gibt es bei diesen Inkubationsmethoden:

1. die Aquarienmethode
Hier nimmt man einen wärmeisolierten oder zumindest wasserfesten Behälter, die meisten verwenden eine Styroporbox , wo man unten Wasser einfüllt , einen Thermostatheizer anbringt , darüber ein Gitterblech. Auf diesem Blech kann man jetzt den Behälter mit den Eiern stellen. Der Thermostatheizstab kann auf die Temperatur von 28°C eingestellt werden und die Temperatur wird somit geregelt. Nun kommt der Deckel darauf - fertig.
Zu den Eibehälter, es sollte eine Schale mit Löchern unten und seitlich sein, ich habe dazu die Gemüseschalen aus den Discounter genommen (Tomaten). Diese wurden dann mit leicht feuchten Vermiculite befüllt, nicht naß! Darin die Eier zur Hälfte reindrücken. Nun darf der Deckel nicht komplett auf die Inkubationsschale, sondern nur schräg, damit das Kondensationswasser nicht in den Behälter auf die Eier tropft. Dies habe ich so gelöst, dass ich auf einer Seite eine Klammer gesteckt habe und den Deckel somit schräg gestellt habe.
Diese Aquarienmethode ist realtiv sicher , gelegentlich immer mal Fingerprobe machen, ob das Substrat feucht genug ist, evtl. nachfeuchten - nur mit lauwarmen Wasser und nur wenig - max. 20ml - dazu verwende ich eine Spritze und feuchte vorsichtig nach.

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das war mein erster Inkubator, einfach zu bauen und wenn man nur ein Gelege hat, tut er seine Dienste. Anstatt der transparenten Haushaltsbox kann man auch eine Styroporbox nehmen, oder eine Kühltasche aus Plastik, diese haben den Vorteil, die Temperatur zu halten und somit Energie zu sparen.

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Die Inkubations-Eischale , wo der Deckel geöffnet ist, mit Klammer fixiert, klappt der Deckel nicht zu.


2.der Flächenbrüter
Diesen gibt es zum einen fertig zu kaufen, oder kann man auch selber bauen. Bekannt sind die handelsüblichen Brüter von BRUJA und JÄGER KUNSTGLOCKE.
Man kann natürlich auch wieder selber bauen. Wichtig bei diesem Brüter , das Heizelement sollte oberhalb angebracht sein, so dass die Wärme von oben kommt.
Dazu kann man auch eine Styroporbox oder wieder eine Kühlbox aus Plastik nehmen und klebt in den Deckel das Heizelement - Heizmatte oder Heizkabel,
zusätzlich braucht man hier ein Steckerthermostat, welche die Temperatur regelt.

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Hier sieht man , wie die Klebe-Heizmatte am Deckel fixiert wird, man kann es auch gleich in den Styropordeckel befestigen. Bei der Acrylscheibe kann man reinschauen, ohne dass man den Deckel öffnen muss. ABER es muss noch eine Styroporplatte auf den Deckel, damit die Wärme nicht nach oben weg geht.

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Bei der Inkukbation der Eier ist es wichtig , geschlossene Plastikdosen zu verwenden, keine Heimchendosen, keine offenen Dosen !
Durch das strenge geschlossene Klima bei gleichbleibender Temperatur´und Luftfeuchte können sich die Eier gut entwickeln. Die Feuchtigkeit bleibt sehr gut erhalten und man muss nur selten nachfeuchten. Öffne die Dosen einmal die Woche und kontrolliere, bei Bedarf auch wieder nur mit warmen Wasser und nur wenig nachfeuchten. Zuviel nachfeuchten könnte den Eiinnendruck erheblich erhöhen, der Embryo/ Fötus könnte sterben.

3. Motorbrüter

Diesen gibt es handelsüblich zu kaufen, mit selber basteln kann ich leider nicht dienen. Bin aber im Besitz eines Herp Nursery II von Lucky reptiles , dieser arbeitet
nach dem Prinzip eines Umluftmotors. Der Vorteil des Herp Nursery war für mich, dass er auch Temperaturen absenken kann, so kann man Tiere (kleine) zur Winterruhe bei 8°C halten oder man kann bei gewissen Reptilieneiern die Temperatur absenken, was aber bei den Wasseragameneiern nicht gewünscht ist.
Er sieht aus wie ein kleiner Kühlschrank, hat blaue LED-Beleuchtung und macht optisch schon was her.:)
Von aussen ist die Innentemperatur ersichtlich und auch durch Knopfdruck leicht bedienbar, welche Temperatur man haben möchte. Leider ist die angezeigte Temperatur nicht unbedingt diese, welche wirklich im Inkubationsraum vorhanden ist , daher hatte ich zusätzlich noch ein Temperatur-Messgerät angebracht.

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Hier ist es wichtig, die Inkubationsschalen geschlossen oder mit mimimal kleinen Löchern zu versehen, das Vermiculite sollte leicht feucht sein.
Auch hier immer in regelmässigen Abständen nach den Substrat schauen, ob es noch feucht ist, mind. einmal die Woche.

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Durch die Umluft wird auch viel Feuchtigkeit verbraucht, dafür gibt es eine Schale , s.unten , die man ein wenig mit Wasser auffüllt.

Nun gibt es noch verschiedene Brutsubstrate:

>> Vermiculite , das Substrat wird mit 1:1 mit Wasser gemischt, d.h. erst das Vermiculite auf die Waage stellen und den Anteil an Gewicht mit Wasser auffüllen und vermischen. Dies ist nur leicht feucht und ausreichend, es darf nicht naß sein ?

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>> HatchRite , ein handelsübliches Brutsubstrat, welches sogar schon fix und fertig angefeuchtet ist,nur Tüte auf und verwenden, gebrauchsfertig !


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>> mit einen S.I.M.-Container , man braucht nicht unbedingt Brutsubstrat, aber man kann welches verwenden. Empfohlen wird Wasser oder ein stark feuchtes Substrat,
hier habe ich Vermiculite mit doppelter Menge Wasser 1:2.

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Hier mit Leopardgeckoeiern, aber ist ebenso gut mit Wasseragameneiern möglich. Eine saubere Angelegenheit und werde in Zukunft nur noch so inkubieren.:)
Lieben Gruss von tinie
www.wasseragame.de
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