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Letzte Aktualisierung: Sa 01 Mär, 2014 14:50
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Vitamine & Mineralien

Artikel ID: 163
Verfasst von: terra
Verfasst am: Fr 27 Aug, 2010 19:48
Externer Link zu diesem Artikel:
http://wasseragamen.info/kb.php?a=163

Vitamine & Mineralien

Was macht Phosphat, Calcium, Vitamin D³und UV-B im Körper meiner Wasseragamen?
Wasseragamen bzw. alle Reptilien benötigen Phosphate zur Bildung von Knochenhartsubstanz. Es wird mit der Nahrung aufgenommen. Gefördert wird die Einlagerung durch das Vitamin D³, gehemmt durch Calciumverbindungen.
Calcium wird ebenfalls zur Knochenbildung benötigt (Mineralisierung), aber auch für die Muskelarbeit, die Blutgerinnung, die Nervenleitung und zur Übertragung hormoneller Signale. Wie das Phosphor wird auch der Calciumstoffwechsel durch das Vitamin D³ beeinflusst.
Vitamin D³ (auch Calciol oder Cholecalciferol genannt) schließlich wird von Reptilien unter Zuhilfenahme von UV-B in der Haut synthetisiert. „Vitamin D³aus tierischen Quellen das künstlich zugeführt wird (z.B. durch Vitaminlösungen), hat nicht die gleiche Qualität, wie natürlich synthetisiertes. Produkte mit pflanzlichen Vitamin D enthalten Vitamin D², das vollkommen ungeeignet für den Calziumstoffwechsel ist“ (Arcadia Produktinfo auf Grund eigener wissenschaftlichen Studien [ohne weitere Nennung der Quelle]).
Folgender Text stammt aus einer mail vom 09.02.2000:
"Man kann tagaktive Reptilien problemlos ohne signifikante UV-Bestrahlung halten und auch über viele Generationen züchten und gesund aufziehen. Das sind persönliche Erfahrungen mit mehreren tagaktiven Echsenarten und die Erfahrung vieler anderer Herper. Günther Köhler kann Dir bestätigen, daß das zu keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung führen muss. Andererseits MUß Vitamin D3 auch bei Verwendung von UVB-Leuchten immer noch zusätzlich als Supplement gegeben werden, da derzeit keine der im Handel befindlichen Lichtquellen wirklich eine den Verhältnissen in der Natur ähnliche D3 Synthese bewirken kann."
und weiter:
"Extern zugeführtes Vitamin D3 kann durchaus effizient supplementieren und ist nicht per se "schlechter" als das durch UVB körpereigen umgewandelte, man muß nur eben höhere Dosen verabreichen, als bei der Synthese im Körper ausreichen würden (ich glaube, darauf zielt Mader auch ab -wenn es denn so viel schlechter wäre, warum ist es dann übersupplementierbar?)."
Zusammenfassend kann man sagen, dass es sowohl um ein ausgewogenes Calcium–Phosphat-Verhältnis im Blut, also auch im Futter geht.
Des weiteren ist die zwingende Zuführung von UV-B bislang scheinbar nicht ausreichend wissenschaftlich erforscht und wird somit zu einer Art Glaubensfrage. Auch die derzeit angebotenen Lichtquellen scheinen nicht ausreichend zu sein (siehe den Teil UV-B-Röhren)
Was passiert bei einem zu hohen Phosphatgehalt im Blut?
Generell ist ein hoher Phosphatgehalt im Blut gleichbedeutend mit einem zu niedrigen Calciumspiegel, da Calcium ja auch den Phosphatstoffwechsel reguliert. Gerade ein permanent erhöhter Phosphatgehalt im Blut (Hyperphosphatämie) führt zu einer stoffwechselbedingten Knochenerkrankung (engl.: MBD Metabolic bone disease), auch unter dem bekannteren „Sammelbegriffen“ Knochenerweichung oder RACHITIS bekannt. Wird Phosphat durch zu geringen Calciumspiegel nicht eingelagert, führt dies z.B. zu einer Abnahme der Knochendichte. Auch ein zu geringer Anteil an Vitamin D³ führt zu einer Erhöhung des Phosphatspiegels.
Was passiert bei einem zu niedrigem Phosphatspiegel?
Theoretisch ist dies möglich. Die Hypophosphatämie entsteht seltener durch falsche Nahrung (da die normale Reptiliennahrung in der Regel immer eine hohe Phosphatkonzentration enthält / auch vegetarische Nahrung!), sondern eher durch erbliche Schädigung, die den Phosphatstoffwechsel negativ beeinflusst. Auswirkungen eines zu niedrigen Phosphatanteils im Blut sind ebenfalls eine Mineralisationsstörung der Knochen (ähnlich einem zu hohen Phosphatanteil).
Was passiert bei einer zu hohen Calciumkonzentration im Blut?
Eine Hypercalcämie führt zu einer Abnahme des Phosphatanteils mit den entsprechenden Folgeerkrankungen und zu Lähmungen

Was passiert bei einem zu niedrigem Calciumspiegel?
Durch falsche Ernährung kann es häufig zu einer dauerhaften Herabsetzung des Calciumspiegel im Blut kommen (Hypocalcämie). Dadurch wird wiederum der Phosphatspiegel angehoben.

Was passiert bei einer Überdosierung von Vitamin D³?

Eine Überdosierung (D-Hypervitaminose) hat einen Anstieg des Calciumspiegels (Hypercalcämie) und eine Senkung des Phosphatspiegels (Hypophosphatämie durch vermehrte Ausscheidung bei Niereninsuffizienz) zur Folge. Chronische Überdosierung von Vitamin D³ führt damit ebenfalls zu Rachitis. Im Gegensatz zu der These, dass künstlich (in Form von Vitaminpräparaten) oder durch Nahrung aufgenommenes Vitamin D³ weniger wirksam wäre als das natürlich durch Einwirkung von UV-B synthetisierte Vitamin D³, unterscheidet man bei einer Über- oder Unterdosierung nicht! (Siehe allerdings dazu auch Punkt 1)

Was passiert bei einem zu niedrigem Vitamin D³-Spiegel?

Eine D-Hypovitaminose verhindert einen ausreichenden Phosphat- und Calciumstoffwechsel. Folge ist eine mangelnde Mineralisierung der Knochen und Störung der Nierenfunktion. Eine gestörte Nierenfunktion führt wiederum zu einer reduzierten Ausscheidung von Phosphaten mit weiterem Absinken des Calciumspiegels.

Wie äußert sich ein zu hoher Phosphatspiegel bzw. ein zu niedriger Calciumspiegel?

Vorab sei zu erwähnen, das nicht nur eine falsche, bzw. unausgewogene Ernährung ein Absinken des Calciumspiegels / Erhöhung des Phosphatspiegels zur Folge hat, sondern z.B. auch eine Störung der Nierenfunktion (bakterieller Infekt, D-Hypervitaminose o.ä.) und auch das Eierlegen (!) führt zu einer Reduzierung des Calciumanteil im Blut. Meistens ist jedoch gerade eine Überdosierung von Vitamin D³ verantwortlich. „Betroffene Tiere leiden meist an vergrößerten Nieren, die ein erfahrener Tierarzt im Bereich der Beckenschaufel ertasten kann. Neben der Nierenvergrößerung kommt es erst zur erhöhten Harnausscheidung und letztendlich zum Harnverhalt. Gerade in der Phase der vermehrten Harnausscheidung kann ein gesteigerter Durst beobachtet werden“ (MADER, Dr. D., „Reptile Medicine and Surgery“, 1996, Saunders)
Diese Information ist zwar hilfreich, bringt aber den „normalen“ Halter nicht weiter. Wer kann schon eine normale von einer vergrößerten Niere unterscheiden. Wichtiger sind diese Informationen bei dem Besuch eines Tierarztes/ärztin, die weniger Erfahrungen mit Wasseragamen mitbringt. Ich persönlich könnte keine Aussagen zur Häufigkeit des Harnlassens meiner Tiere machen...sie tun es bei mir immer im Wasser. Interessant wäre aber eine Blutuntersuchung, die dann eben einen erhöhten Phosphatgehalt und einen geringen Calciumgehalt (weniger als 8,5mg/dl) aufweisen würde.
aus der email vom 09.02.2000
"Bei der Diagnose "vergrößerte Niere" wäre ich sehr vorsichtig, das von vornherein, also nur nach Palpierung, auf D3 Überdosierung zu schieben. Meines Erachtens ist viel häufiger eine mangelnde Flüssigkeitsversorgung und ein viel zu hoher Protein -und Salzgehalt (man denke nur an die vielgeliebten Sepiaschalenkrümel!) der Nahrung die Ursache."

Wie äußert sich ein zu hoher Calciumspiegel bzw. ein niedriger Phosphatspiegel?
Ein extremer Calciumüberschuß löst je nach Höhe der Überdosierung erst Muskelzittern und dann Lähmungen aus. Das Muskelzittern ist gerade in den Endgliedern der Zehen und der großen Muskeln an der Schwanzwurzel zu erkennen.
Zu einer Überdosierung kann es kommen, wenn frei nach dem Motto „Viel hilft viel“ bei der Verwendung von Zusatzprodukten verfahren wurde. Allerdings spielt auch hier die Versorgung mit Vitamin D³ eine Rolle.

Wie äußert sich eine Überdosierung von Vitamin D³?

Wie schon gesagt kann es zu einer Überdosierung nur in Verbindung mit künstlicher Zuführung von Zusatzpräparaten kommen. In Verbindung mit UV-B wird Vitamin D³ in der Regel in der genau benötigten Menge synthetisiert. Folgen einer Überdosierung können Appetitlosigkeit, Verstopfung und Erbrechen sein. Wird dauerhaft überdosiert verlangsamt sich das Wachstum der Wasseragamen, es kommt zu einem Muskelabbau, Verkalkung der Arterien und einem Wildwuchs von Knochen und Knorpeln

Wie äußert sich eine Unterversorgung mit Vitamin D³?
Langfristig führt eine Unterversorgung mit Vitamin D³ zur Knochenerweichung / Rachitis.

Bis hier kann man festhalten das eine Überdosierung jeweils zu Vergiftungserscheinungen, eine Unterversorgung zu eher schleichenden Prozessen führt. Unterversorgungen haben immer Rachitis zur Folge. Bevor ich noch näher auf die anderen Vitamine eingehe, möchte ich Auszüge der jeweiligen caresheets von Melissa Kaplan und Tricia Power heranziehen, die klassische Symptome einer Rachitis beschreiben.

Wie erkenne ich eine Rachitis?
Ein sicheres Zeichen für eine vorliegende Rachitis ist die Unfähigkeit der Wasseragamen, den Rumpf im hinteren Bereich anzuheben. Im Frühstadium wird das Becken und der Schwanz beim Krabbeln deutlich weniger angehoben. Die Hinterbeine erscheinen beim Bewegungsablauf unkoordiniert. Ein weiteres Zeichen ist die Biegsamkeit der Ober- und Unterkiefer. Bei Wasseragamen sollten sich die Kieferknochen bei Druck stabil anfühlen. Geben sie nach, ist dies ein Zeichen beginnender Knochenerweichung. Spätestens bei Knochenbrüchen OHNE entsprechendes Trauma (Sturz o.ä.) würde der Tierarzt im Verlauf der Behandlung eine Rachitis diagnostizieren können. Bei Verdacht auf eine bestehende Rachitis sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden.
Ich hatte vor einiger Zeit ein Bartagamenweibchen mit deutlicher Rachitis übernommen. In Folge der zunehmenden Knochenerweichung hatten sich die Kiefer verformt. Das Weibchen war nicht mehr in der Lage größere Insekten oder feine Salatblätter zu fressen. Mit einer ausgewogenen Ernährung, einer leicht erhöhten Calciumgabe und einem ausreichendem Angebot von UV-B konnte die Rachitis zumindest in ihrem Fortschreiten gehindert werden. Deformierte Gelenke und Knochen „erholen“ sich nur in ihrer Stabilität, nicht aber in ihrer Form.

Wie verhindere ich Rachitis?
...jetzt wird es kompliziert!
Zunächst einmal sollte das Futter ein ausgewogenes Calcium-Phosphat Verhältnis aufweisen. Wünschenswert wäre ein positives Calcium-Phosphat Verhältnis, also mehr Calcium statt Phosphat.
Futtertier CALCIUM (in %) PHOSPHAT (in %)
Mehlwurm .26 .23
Heimchen .23 .74
Regenwurm 1.18 .90
Maus (1-2 Tage alt) 1.60 1.80
Maus (7-10 Tage alt) 1.40 1.30
Maus (adult) .84 .61
Wichtig beim Verfüttern von Mäusen ist, das sie schon Haare und Knochen gebildet haben sollten. Gerade die Knochen enthalten viel verwertbares Calcium. Die Tabelle macht auch deutlich, dass auch die beliebten Heimchen kein sonderlich gutes Ca-P-Verhältnis haben. Um dieses Verhältnis zu verbessern gibt es zwei Möglichkeiten:

Wie kann ich den Calciumgehalt meiner Futtertiere verbessern?

Ihr habt hier zwei Möglichkeiten. Zum einen könnt ihr die Heimchen, Grillen, Heuschrecken etc. „aufladen“, also 2-3 Tage vor der Verfütterung mit einem Nährstoffpulver mit hohem Calciumgehalt füttern. „Füttern“ bedeutet, das ihr sie einstaubt und hofft, das sie beim Fressen des Heimchenfutters in der Dose möglichst viel davon aufnehmen. Günstig wäre ein Phosphatfreies Pulver. REPTICAL von TETRA hat beispielsweise 29 % Calcium und 9,5% Phosphat. T. POWER empfiehlt reines Calciumcarbonat (CO3). Eventuell können zerstoßene Sepiaschalen verwendet werden, die genaue Zusammensetzung ist mir aber nicht bekannt (siehe dazu allerdings auch Punkt 9)
Die zweite Möglichkeit ist das bekannte „Panieren“ vor der Verfütterung. Beide Möglichkeiten garantieren keine genaue Einschätzung des tatsächlichen Ca-P-Verhältnisses.
Der oben schon zitierte Tiermediziner MADER stellt fest, das Rachitis bei mäusefressenden Schlangen extrem selten vorkommt. Heiko WERNING (Wasseragamen, Heselhaus & Schmidt Verlag) bemerkt in seinem Buch (S. 21), dass die Maus das geeignetste „Grundnahrungsmittel“ sei.
Aus genannten Gründen kann ich mich dieser Meinung nur anschließen. Auch wenn mancher Wasseragamenhalter aus Mitleid mit den Nagern auf die Verfütterung derselben verzichtet... die ernährungstechnischen Vorteile liegen klar auf der Hand!

Wie oft soll ich Calcium und Phosphat zu den Futtertieren geben?
Wie gleich noch bei dem Thema Vitamin D3 besprochen wird, ist eine Überdosierung ebenso schädlich wie eine Unterversorgung. Dies gilt auch für Calcium und Phosphat. Gerade das Phosphat ist ja ausreichend in jeder Nahrungsquelle vorhanden. Ein zusätzliches Bestäuben mit Mineralstoffen und Vitaminen muss man von der Art des Futters abhängig machen. Bei Mäusen mit Fell als Grundnahrung fallen die zusätzlichen Gaben von Calcium und Phosphat fast weg. Hier würde ein wöchentliches Aufwerten des Futters reichen. Wer ausschließlich Grillen und Heimchen verfüttert sollte alle drei Tage die Tiere aufwerten. Junge Wasseragamen benötigen jedoch generell häufiger Zusatzstoffe als ausgewachsene Tiere.

Wieviel Vitamin D³ benötigen meine Wasseragamen?
WERNING zitiert in seinem Buch Köhler (1993), der einen Bedarf bei Basilisken ermittelt hat. Werning überträgt nun diese Empfehlung auf Wasseragamen. Nach Köhlers Berechnung benötigt eine jugendliche Wasseragame (0-1,5 Jahre) zwischen 500 und 1000 I.E. (internationale Einheiten) pro Kilogramm Körpergewicht. Erwachsene Tiere benötigen zwischen 100 - 500 I.E./kg. Wie häufig die Präparate angewendet werden, erwähnt WERNING nicht.
MADER schlägt generell 100 I.E. /kg pro Woche vor.
KEIL (Bekannte Tierärztin aus Hannover) empfiehlt ebenfalls 100 I.E. /kg pro Woche.
1 mg Vitamin D³ entsprechen 40.000 I.E.

Welches Mittel soll ich denn nun zur Vitamin D³ Versorgung nehmen?
POWER stellt folgende Rechnung auf. Ein in Kanada häufig verwendetes Mittel enthält 15000 I.E. pro ml. Ein Tropfen entspricht 1/20 ml. Die Verabreichung eines Tropfens (also 750 I.E.) würde demnach für ein 7,5 Kilo schweres Tier reichen. Eine Überversorgung ist garantiert!
Ein anderes Beispiel bietet oben bereits erwähntes Reptical von Tetra. Gemäß der Inhaltsliste enthalten 1 Kilogramm (!) Reptical 38.500 I.E. Vitamin D³. Die wöchentliche Dosis würde also durch die Gabe von sage und schreibe 2,6 Gramm gedeckt werden. Leider sind auf der Dose nur Milliliter angegeben...ich schätze aber, das ich mindestens 3 Esslöffel von diesem Pulver benötigen würde. Bei dem üblichen „Panierverfahren“ ist eine ausreichende Vitamin D³ Versorgung durch Reptical allein vollkommen ausgeschlossen.
Frau Dr. Keil gab mir bei der letzten Routineuntersuchung meiner Wasseragamen ein Präparat mit. Es ist von der Firma ATAROST und heißt einfach „Aufbautabletten –für Hunde-„ und ist rezeptpflichtig...nicht lachen!!! Dr. Keil gehört zu den anerkanntesten Reptilien-Experten in Deutschland. Ein Blick auf die Packungsbeilage verrät Genaueres. Je Tablette sind unter anderem 75 I.E. Vitamin D³ enthalten. Kaum eine Wasseragame wiegt über 750 Gramm. Daraus folgt, das pro ausgewachsenem Tier eine Tablette pro Woche ausreicht. Leichtere Weibchen benötigen eine halbe oder dreiviertel Tablette. Die Tabletten können entweder aufgeweicht und mit einer Plastikspritze direkt in das Maul gespritzt, oder in (bei Mäusen) bzw. an Futtertiere „geklebt“ werden. Heimchen werden also quasi „gedippt“ und dann mit Pinzette gezielt verfüttert. Der Preis der Packung (20 Tabletten) lag bei knapp 10DM. Ihr solltet euren Tierarzt einfach mal darauf ansprechen.
Wie oben schon beschrieben stellt MADER in seinen Forschungen über die Wirksamkeit der Versorgung mit künstlichen Vitamin D³ fest, das es nicht so wirksam sei, wie natürlich in der Haut synthetisiertes. Auch KEIL rät zur Reduzierung der Vitamin D³ Gaben um 50%, wenn ausreichend UV-B angeboten wird (siehe dazu aber auch Punkt 1)

Wie funktioniert die Vitamin D³ Synthese in Verbindung mit UV-B Strahlen?
Ohne hier lang über die chemischen Prozesse reden zu wollen ist festzuhalten, das durch Gabe von Licht mit UV-B Anteil auf natürlichem Weg Vitamin D³ in der Haut von Wasseragamen gebildet wird. UV-B hat eine Wellenlänge von 280-315 Nanometern und liegt dabei außerhalb des sichtbaren Spektrums (380-780 nm). Das Pflanzenwachstum wird durch den Rotanteil (650-700 nm) gefördert. Braun werden wir durch UV-A (315-400 nm).

Welche Leuchtmittel produzieren UV-B?

Zweifelsfrei lässt nur die Verpackung einen Rückschluss zu. Es gibt zwar günstige Pflanzenlampen im Baumarkt...die glänzen aber eher durch den hohen Rotanteil und weniger durch das von uns benötigte UV-B. Auf der sicheren Seite ist man mit den einschlägigen Röhren oder Strahler für die Terraristik (Reptiglo, Iguanalights, Arcadia etc.). Sie enthalten fast immer 5% UV-B. Darüber hinaus haben sie einen ausreichenden Rotanteil für das Pflanzenwachstum. Das ist besonders wichtig, da Pflanzen im Terrarium erfahrungsgemäß zu dunkel (im Sinne dieser speziellen Beleuchtung) stehen.
Folgender Text stammt aus der email von 09.02.2000 und widerlegt tatsächlich rein rechnerisch die oben beschriebene Wirksamkeit normaler Reptilienröhren bei der Synthese von Vitamin D3:
"Eine handelsübliche UVB-Röhre emittiert bei 30W Gesamtleistung so etwa 5 % UVB. Wieviel davon im tatsächlich optimalen Wellenlängenbereich liegen, sei einmal ganz außer acht gelassen. Die Röhren emittieren Licht im 360 Grad Umfeld. Auf wieviel Quadratzentimeter Fläche sich die Lichtemission dann (meinetwegen ohne Streuverluste) bereits in 30 cm Abstand verteilt, ist leicht auszurechnen. Nun setze man ein Reptil in diesem Abstand unter die Röhre und messe die Quadratzentimeter bestrahlter Hautfläche. Nun berücksichtige man, daß weniger als 1 % der UVB-Strahlung die Haut durchdringt und überhaupt zur D3 Umwandlung verwendet werden kann. War man nun fleißig, wird man vielleicht doch anzweifeln, daß die paar nW oder pW die da noch ankommen, signifikant für natürliche Sonnenbäder supplementieren können."
GANZ WICHTIG !!!!
UV-Strahlen können Glas und Acryl nicht durchdringen (deshalb werden wir ja auch im Zimmer nicht braun). Die Röhren müssen also innerhalb des Terrariums angebracht werden oder der Deckel muss aus UV-durchlässigem Kunststoff oder Spezialglas bestehen.
Praktisch finde ich hier das Arcadia-System. Die gesamte Elektrik (Transformator, Starter etc.) befinden sich in einem externen Gehäuse. Nur zwei Kabel führen zu den eigentlichen Röhrenhalterungen. Die sind aus Gummi und spritzwassergeschützt. Die Röhren werden einfach in diese Röhrenhalterungen gesteckt und mit Plastikklips an den Terrariendeckel geklemmt. Das Vorschaltgerät kann dann in einiger Entfernung (30 cm) außerhalb des Terrariums platziert werden.
Verschiedentlich wird von Bestrahlungen mit einer Speziallampe (z.B. Osram-Ultavitalux) gesprochen. Diese Bestrahlungen sollen täglich max. 10 Minuten durchgeführt werden. Meiner Meinung nach sollte die Reptilienhaltung möglichst realitätsnah (also maximal an den in der freien Wildbahn vorkommenden Gegebenheiten) orientiert sein. Ein extremer Sonnenschein für maximal 10 Minuten am Tag erscheint mir nicht gerade natürlich. Da eben sehr wenig wissenschaftliche Erkenntnisse in Bezug auf chemische Vorgänge bei Echsen existieren, sollte man sich einfach an die naturgegebenen Rhythmen halten. Bei der allgemeinen Beleuchtungsdauer, der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit verfahren wir ja auch so.
Aus der mail vom 09.02.2000
"Über das Parietalauge bzw die Epiphyse steuert neben der Periodik auch die Lichtintensität aber wichtige Verhaltensparameter.
Durch die hohe Lichtemission wirkt daher die Ultravitalux zusätzlich zur zweifelhaften Wirkung des UV-Anteils stimulierend. Fachleute können Dir sicher bestätigen, daß für die Anregung epiphysengesteuerter Prozesse oft bereits kurze Belichtungszeiten ausreichend sind. Generell sollte der Lichtintensität höhere Aufmerksamkeit gewidmet werden."
Kommen wir nun zu den übrigen Vitaminen:
Was machen andere Vitamine im Körper meiner Wasseragame?
Da dieses Thema noch weniger untersucht wurde als der Calcium-Phosphor-Vitamin D³-Komplex, beschränke ich mich auf die wenigen allgemeinen Angaben. Generell ist festzuhalten, das im Falle einer Unterversorgung entsprechende Mangelerscheinungen auftreten, eine Überdosierung der fettlöslichen Vitamine (A, D, E, K) zu vergiftungsähnlichen Symptomen führen können. Die wasserlöslichen Vitamine (B, C) werden bei Überdosierung ausgeschieden.
Solltet Ihr genauere Informationen über den Bedarf der u.a. Vitamine besitzen, würde ich mich über eine email freuen!
Vitamin A (auch Retinol genannt) hat Einfluss auf die Sehfähigkeit, die Häutung, das Wachstum, die Infektionsabwehr und die Fruchtbarkeit.
Vitamin B-Komplex unterstützt die Verarbeitung von tierischem und pflanzlichem Eiweiß, unterstützt den Zellstoffwechsel der Nervenzellen und ist an Zellteilungsprozessen beteiligt.
Vitamin C (auch Ascorbinsäure genannt) hilft bei der Infektionsabwehr
Vitamin D (auch Calciferol, Calciol oder Cholecalciferol [je nach Typ] genannt) wurde ausreichend besprochen
Vitamin E (auch Tokopherol genannt) wird zum Muskelaufbau benötigt und hat Einfluß auf Geburts- und Legevorgänge
Vitamin K ist wichtig für die Blutgerinnung


Eure Mithilfe ist gefragt. Es sollen Alternativprodukte gesucht und vorhandene Mittel bewertet werden. Wichtig ist eigentlich nur der Calciumgehalt, der Phosphatgehalt und der Vitamin D3-Gehalt in I.E. Hier ist es besonders wichtig, die unterschiedlichen Bezugsgrößen anzugeben (I.E. pro Kg / pro Liter / ml / Gramm etc.). Mailt mir bitte mal eure Produkte
admin@wasseragamenforum.de

Name Firma Calcium Phosphat Vitamin D3 Besonderes
Reptical TETRA 29% 9,5% 38500 I.E. /kg *1
Aufbau-
tabletten ATAROST Calciumhydrogen-
phosohat 85 mg 75 I.E./Tablette für Hunde
Necton MSA 27% 0% (!) 10000 I.E. /kg *2 .
Multimulsin 0 0 7.500.000 I.E. / Liter *3 .
. . . . . .
*1 Bei der als sinnvoll erachteten Dosierung von 100 I.E. Vitamin D3 müßten 2,6 Gramm pro Woche verabreicht werden. Damit scheidet REPTICAL als alleiniger Vitamin D3-Spender aus.
*2 NECTON ist Phosphatfrei und daher zur Aufwertung von Futtertieren ideal geeignet. Der Vitamin D3-Anteil ist eher gering und daher zur alleinigen Vitamin D3-Versorgung ungeignet.
*3 MULTIMULSIN enthält 7500 I.E. pro Milliliter Lösung. Das entspricht 375 I.E. pro Tropfen (1/20 Millilieter), ausreichend für ein Tier von 3,75 Kilo. Damit müsste Multimulsin nach der derzeit vorherrschenden Meinung (100 I.E. /kg /Woche) stark verdünnt werden, um eine sinnvolle Dosierung zu gewährleisten und eine Überdosierung zu vermeiden.
© http://reptiliendatenbank.de
Stichwörter: Vitamine, Mineralien


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