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» Griechische Landschildkröte Testudo hermanni
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Alle europäischen Landschildkröten sind strengstens geschützt, eine Entnahme aus Wildbeständen ist verboten. Erlaubt ist allerdings der Erwerb von Nachzuchten, die mit einem CITES-Dokument ausgestattet sind, das ist so eine Art Personalausweis, der die rechtmäßige Herkunft bestätigt.

Von der Griechischen Landschildkröte unterscheidet man zwei Unterarten, eine östliche, Testudo hermanni boettgeri (früher Testudo hermanni hermanni), und eine westliche, Testudo hermanni hermanni (früher Testudo hermanni robertmertensi).
Die westliche Unterart bleibt mit 20 cm Gesamtlänge etwas kleiner als die östliche, außerdem ist ihr Panzer kräftiger gelb gefärbt, und in der Regel besitzt sie einen auffälligen gelben Fleck unterhalb der Augen auf der "Backe". Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom äußersten Nordosten Spaniens durch Südfrankreich bis nach Mittelitalien. Auch auf den Balearen, Korsika und Sardinien findet man Populationen der westlichen Unterart. Die östliche Unterart ist von Sizilien über Süditalien und Südgriechenland sowie auf dem gesamten Balkan beheimatet. Sie wird mit 20 bis 25 cm Länge, in Ausnahmefällen sogar bis zu 30 cm, deutlich größer als die westliche Unterart. Ihr Panzer ist weniger kontrastreich Gelb und Schwarz gefärbt, und mit zunehmendem Alter wird sie immer dunkler.

Die Griechische Landschildkröte bewohnt hauptsächlich Grasebenen mit Strauchbewuchs und lockerem Baumbestand, oft auch im hügeligen Gelände steile Hänge mit steinigem Boden. In der Mittagshitze ziehen sich die Tiere zur "Siesta" in den Unterwuchs der Büsche zurück. Tiere aus südlichen Regionen und der westlichen Unterart sind wärmebedürftiger als Exemplare der östlichen Unterart aus den nördlichen Balkanstaaten. Im Vergleich zu ihren natürlichen Lebensräumen ist es in Deutschland die meiste Zeit des Jahres deutlich kühler und regenreicher. Vor allem im Frühjahr und Herbst, aber auch in nasskalten Sommern, benötigen Schildkröten , besonders Jungtiere, ein beheizbares, trockenes Behältnis oder Ausweichquartier. Aber auch bei der Freilandhaltung erwachsener, gut eingewöhnter Schildkröten empfiehlt es sich, den Tieren eine Schutzhütte, z. B. ein Frühbeet, mit Wärmestrahlern im Freigehege anzubieten, in dem sie - wenn nötig - einen trockenen, warmen Aufenthaltsort finden. Jungtiere setzt man die ersten ein bis zwei Jahre vorsichtshalber nur bei trockenwarmem Wetter ins Freiland.

Familie: Testudinidae, Landschildkröten

Vorkommen: Von Nordostspanien, Südfrankreich, Mittel- und Süditalien über Südgriechenland sowie bis auf den gesamten Balkan (2 Unterarten)

Pflege: Einfach für Gartenbesitzer. Große Exemplare unter Anleitung der Eltern auch als Haustier für Kinder gut geeignet. Babyschildkröten sind dagegen nicht geeignet für Kleinkinder; da empfindlicher und aufwendiger in der Pflege; z.B. neigen sie bei feuchtkühlem Wetter schnell zu Erkältungen.

Größe: 20 bis 30 cm je nach Unterart

Futter: Vor allem Grünfutter, Salate, gelegentlich Früchte und spezielle Schildkrötenfuttermittel; für Babys mundgerecht zerkleinern.

Trinken: Immer anbieten; mindestens einmal in der Woche im lauwarmen Vollbad.
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» Großer Madagaskar-Taggecko (Phelsuma madagascariensis grandi
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Taggeckos der Gattung Phelsuma, gehören auf Grund ihrer Farbenpracht nach wie vor zu den beliebtesten Terrarienpfleglingen. Zur Zeit zählt die Gattung Phelsuma etwa 50 Arten und Unterarten. Von Phelsuma madagascariensis kennen wir bis jetzt 4 Unterarten, die jeweils separate Verbreitungsgebiete besiedeln. Bis 30 cm messen die Männchen des Großen Madagascar-Taggeckos (Phelsuma madagascariensis grandis), der größten und wohl am häufigsten im Handel angeboten Unterart. Gelegentlich wird noch die Stammform Phelsuma madagascariensis madagascacariensis gepflegt, während die beiden anderen Unterarten, nämlich Phelsuma madagascariensis kochi und Phelsuma madagascariensis boehmi, echte Raritäten sind und nur ganz selten angeboten werden. Alle Unterarten kreuzen sich im Terrarium, so dass sich die Nachzuchten zum Teil nicht eindeutig zuordnen lassen.
Der Große Madagaskar-Taggecko ist sehr anpassungsfähig und bewohnt als Kulturfolger sogar Bauwerke in menschlichen Siedlungen, Plantagen und Bäume in Hausgärten. Das Verbreitungsgebiet zeichnet sich durch ein relativ trockenes Klima aus, obwohl heftige Sommerregen durchaus auch länger anhaltende Überschwemmungen verursachen. Im Norden Madagaskars beträgt die Temperatur im Jahresmittel etwa 27 oC ohne größere Temperaturabfälle.
Die Geschlechter lassen sich leicht unterscheiden, wenn man die Unterseiten zwischen den Hinterbeinen betrachtet. Männchen besitzen auffällig vergrößerte Schenkelporen, so genannte Femoralporen (Foto unten links). Männchen werden zudem größer, ihr Kopf ist breiter und die Hemipenistaschen heben sich als zwei Verdickungen an der Unterseite der Schwanzwurzel deutlich ab.

Unterseite Männchen 5943
Unterseite Weibchen 5944

Eine abwechslungsreiche Fütterung des Großen Madagaskar-Taggeckos ist nicht schwierig. Neben verschiedenen mundgerechten Insekten kann man ihnen Fruchtbreie anbieten und gelegentlich auch Traubenzucker (mit Vitaminen und Calcium). Erwachsenen Tieren genügen 2 - 3 Futtergaben in der Woche, Jungtiere darf man täglich füttern. Gekaufte Insekten sollte man zur Aufwertung vor dem Verfüttern mit einer Vitamin-Kalk-Mischung bestäuben, damit keine Mangelerscheinungen auftreten.

Der Große Madagaskar-Taggecko ist sehr fruchtbar und relativ einfach zu züchten. Weibchen können alle 4 - 6 Wochen zwei verklebte Eier meist in Blatttrichtern ablegen.

Familie: Geckos, Gekkonidae

Vorkommen: Madagaskar

Größe: Männchen etwa 30 cm,
Weibchen etwas kleiner

Temperatur: tagsüber 25-30°C,
nachts Zimmertemperatur (um 20°C)

Pflege: Bei artgerechter Pflege nicht schwierig. Terrarium mit Klettergelegenheiten, z.B. glattes, entrindetes Holz, Bambusstäbe

Futter: div. Insekten und verschiedene Fruchtbreiarten Geschlechts-
unterschiede: Männchen mit großen Schenkelporen. Weibchen kleine
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» Grüne Wasseragame
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Die Grüne Wasseragame sieht dem Grünen Leguan sehr ähnlich, vor allem die Jungtiere werden von Terraristikneulingen oft verwechselt. Sie erreicht aber eine deutlich geringere Endgröße als der Grüne Leguan, weshalb die "Wasserdrachen" bei Terrarianern beliebt sind. In der Gattung Physignathus kennen wir nur zwei Arten, nämlich die in Südostasien beheimatete Grüne Wasseragame, Physignathus coconcinus, und die in Australien lebende Australische Wasseragame, Physignathus lesueurii.

Das Verbreitungsgebiet der Grünen Wasseragame reicht auf dem südostasiatischen Festland von Südchina über Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha bis nach Vietnam. Meist stammen die im Handel angebotenen Tiere aus Thailand.

Wasseragamen leben hauptsächlich in Wassernähe in Tieflandregen- und Feuchtwäldern. Sie bevorzugen dicht bewachsene Ufer entlang der Gewässer. Sie sonnen sich gern auf über das Wasser ragenden Ästen, von denen sie sich bei Gefahr als gewandte Schwimmer einfach ins Wasser fallen lassen und sich dann tauchend in Sicherheit bringen. Sie klettern hervorragend, gehen aber zur Nahrungssuche auch auf den Boden.

In Südostasien bringt der Monsun von Mitte Mai bis Oktober viel Regen, während es die restliche Zeit recht trocken ist. Aber die Luftfeuchtigkeit ist auch in der Trockenzeit hoch und schwankt im Jahresverlauf zwischen 70 und 100% bei einer mittleren Temperatur von 25-30°C. Im nördlichen Verbreitungsgebiet ist es im Winter deutlich kühler mit einer Durchschnittstemperatur im Januar von 17°C.

In der Regel erreichen Grüne Wasseragamen im Terrarium eine Gesamtlänge bis zu 80 cm, möglicherweise maximal 100 cm. Davon fallen rund zwei Drittel auf den Schwanz, so dass die Kopf-Rumpf-Länge eines ausgewachsenen Männchens 30 cm nicht übersteigt. Männchen sind deutlich bulliger gebaut als Weibchen, und ein ausgewachsenes "Prachtmännchen" kann 600 g wiegen, während die Weibchen es auf höchstens die Hälfte bringen. Jungtiere messen beim Schlupf etwa 14-16 cm. Sie können bereits nach einem halben Jahr 35-40 cm messen und nach einem Jahr mit 60 cm fast die Länge ihrer Eltern erreichen - Mit zunehmendem Alter werden die Agamen - vor allem die Männchen, immer massiger, wohingegen der Größenzuwachs kaum mehr auffällt.

Wasseragamen sind in der Natur nicht besonders wählerische Räuber, die neben diversen Insekten, Krebstieren, Muscheln und Würmern auch Fische, kleine Echsen, Kleinsäuger und Vögel erbeuten. Im Terrarium nehmen sie auch verschiedene Obst- und Gemüsesorten, doch besitzt jedes Tier seine eigene Vorzugsnahrung und frisst nicht alle der aufgezählten Futtersorten.

Familie: Agamen, Agamidae

Vorkommen: Südostasien

Größe: Bis 80 cm, selten größer

Pflege: Recht gut zu pflegende, nicht komplizierte Art, benötigt jedoch viel Platz und großen Wasseranteil

Futter: Verschiedene Wirbellose, kleine Wirbeltiere, auch Obst und Gemüse
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» Grüner Leguan - Iguana Iguana
http://wasseragamen.info/kb.php?a=121
Trotz seiner Größe von bis zu 1,80m ist der Grüne Leguan einer der beliebtesten Leguanarten geworden. Es mag daran liegen das der Grüne Leguan inzwischen in großen Mengen nachgezogen und fast ständig in den Tierhandlungen als Jungtier angeboten wird. So lassen sich viele Menschen dazu hinreißen diese süße kleine Echse zu kaufen, ohne daran zu denken wie groß Iguana Iguana in nur wenigen Jahren werden kann.

Es gibt zu diesem Thema inzwischen sehr gute Literatur wie z.B. „Der Grüne Leguan „ von Gunther Köhler, einem anerkannten Fachmann auf diesem Gebiet. Jedem Leguanpfleger kann nur geraten werden der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde beizutreten (DGHT) sowie der Arbeitsgemeinschaft für Leguane „IGUANA“ in der DGHT beizutreten, einer Arbeitsgemeinschaft, die eine interne Informationsschrift („IGUANA Rundschreiben“) mit Berichten über Pflege, Zucht, Erkrankungen und vielem mehr herausgibt. Auch wird einmal jährlich eine Fachtagung der „IGUANA- Workshop“ mit Vorträgen, Diskussionen und Exkursionen durchgeführt. Aufgrund seiner beträchtlichen Größe benötigt der Grüne Leguan ein sehr großes Terrarium.

Die Mindestgröße für ein adultes Pärchen Iguana Iguana beträgt 1,5x1,5x2,0 m, für eine Zuchtgruppe von einem Männchen und zwei Weibchen sollte das Terrarium mindestens 2,0x2,0x2,0m groß sein. Optimal wäre natürlich die Unterbringung in einem Zimmerterrarium. Wer die Möglichkeit hat im Garten eine Freilandvoliere oder ein Gewächshaus aufzustellen, bei dem das Dach zum Teil mit Draht bespannt ist um den Tieren ein Sonnenbad zu ermöglichen sollte dies unbedingt tun. Die Einrichtung des Terrariums sollte aus starken, dicken Kletterästen bestehen, die das komplette Terrarium ausfüllen. Man kann sich einen solchen Kletterbaum auch selbst bauen, dies ist gar nicht so schwer und kann von einem einigermaßen begabten Heimwerker leicht bewerkstelligt werden. Mit einer Verkleidung aus Korkrinde lassen sich auch die Seitenwände sowie die Rückwand als Klettermöglichkeit mit einbeziehen.

Grüne Leguane lieben es von einem erhöhten Liegeplatz aus ihre Umgebung zu beobachten, diesem Umstand sollte bei der Gestaltung des Terrariums Rechnung getragen werden.

Ein Wasserbehälter von ausreichender Größe in dem das Wasser täglich gewechselt wird, vervollständigt die Einrichtung. Die Lufttemperatur sollte zwischen 25° und 32°C betragen. Das schaffen von „Wärme-Inseln“ mit lokalen Temperaturen von ca. 40°C ist vorteilhaft. So haben die Tiere die Möglichkeit sich die für sie angenehme Temperatur selbst zu bestimmen.

Die Beleuchtung kann aus einer Kombination von Neonröhren und Reflektorstrahlern bestehen. HQI Strahler haben sich als Beleuchtung sehr bewährt, da sie eine hohe Lichtausbeute bei verhältnismäßig niedrigem Stromverbrauch haben. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte nach Köhler tagsüber 50 bis 80% betragen und nachts auf 80 bis 100% ansteigen. Besonders wichtig ist eine regelmäßige UV Bestrahlung. Als sehr geeignet hat sich die Osram- Ultravitalux – Leuchte erwiesen. Adulte Tiere müssen 2- bis 3 mal wöchentlich aus einem Meter Abstand für ca. 20 Minuten bestrahlt werden, bei Jungtieren ist es ratsam die Tiere täglich für ca. 20 Minuten zu bestrahlen.

Mehrmals täglich sollte gesprüht werden, wobei sich enthärtetes Wasser zur Vermeidung von Wasserflecken auf den Scheiben als vorteilhaft erwiesen hat.

Grüne Leguane sind potentielle Allesfresser, jedoch sollte die Ernährung fast ausschließlich aus pflanzlicher Nahrung bestehen. Die Fütterung muss täglich erfolgen.

Grüne Leguane können ein beträchtliches Alter erreichen. Der älteste in Gefangenschaft gehaltene Leguan erreichte ein Alter von 21 Jahren, wobei hier mit Sicherheit noch nicht die Grenze erreicht ist.

Die Fortpflanzungszeit ist abhängig von bestimmten Faktoren wie der Simulation verschiedener Jahreszeiten. das verabreichen von tierischer Nahrung wie z.B. jungen Mäusen gedeckt werden muss. Auch ist in dieser Zeit ein erhöhter Nahrungs- und Flüssigkeitsbedarf vorhanden.

Die Trächtigkeitsdauer beträgt zwischen 55 und 70 Tagen. ´( Köhler 1988a)

Von Karlheinz Schumann - webmaster@reptilnet.de

Literaturnachweis: Köhler 1993 Der Grüne Leguan Freilandbeobachtungen, Pflege Zucht und Erkrankungen

Verlag Gunther Köhler
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