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Terrarium und Beleuchtung adulter Wasseragamen

FAQ - Frequently Asked Questions

häufig gestellte Fragen

Beitragvon terra » Mo 18 Jan, 2010 13:22

Terrarium und Beleuchtung für adulte grüne Wasseragamen

Das Terrarium für Wasseragamen muss ein so genanntes Regenwaldterrarium sein.

Das bedeutet Temperaturen von tagsüber 25 - 32°C und eine nächtliche Absenkung um 5-7 °C. Die Luftfeuchtigkeit sollte morgens bei nahezu 100% liegen, gegen Mittag abfallen und zum Abend wieder steigen.

Im Regenwald ist der Morgen durch Nebel gekennzeichnet Gegen Mittag vertreibt die Sonne den Nebel und die Temperaturen steigen. Die Luftfeuchtigkeit sinkt, jedoch nicht zu tief. Am Nachmittag ertönen die ersten Grummel und der tägliche Regen kündigt sich an. Dieser Regen erhöht die Luftfeuchtigkeit wieder auf circa 80 - 90 % (Beregnungsanlage oder Nebler).

Das Regenwaldterrarium sollte auch einen Wasserteil beinhalten (bis zu 1/3 der Grundfläche.) Dieses Becken fördert nicht nur die Luftfeuchtigkeit, sondern ist bei den badefreudigen Wasseragamen Pflichteinrichtung! Die Beckengröße sollte so gewählt sein, dass die Wasseragame gut darin liegen kann. Sehr dekorativ sind integrierte Aquarien, so dass man auch von einem Aquaterrarium oder Paludarium spricht. Ein Beheizung des Wassers ist (in normalen Wohnräumen) nicht zwingend notwendig, denn die Wassertemperatur sollte nicht über der Umgebungstemperatur oberhalb des Wassers liegen. Dies kann zu Krankheiten führen!

Die gesetzlichen Mindestanforderungen, bzw. Richtlinien zur Haltung von Wasseragamen ergeben sich aus folgender Formel: 3 x 4 x 5 oder 3 x 5 x 4 (der KRL) für ein Paar 1.1.

Hier der Auszug ( 1:1) aus dem Gutachten der Sachverständigengruppe über die Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien vom 10. Januar 1997:

Habitatansprüche z.T. Herkunft: Baumbewohner, tropische Flußufer

Gehegegröße für 1.1 (L x B x H): Mind. 4 x 3 x 5 oder 5 x 3 x 4 der KRL

Grundtemperatur °C: 25 - 30

Sonneplätze Lokal °C: 45

Soziale Zusammensetzung: 1.XX
(Lebenserwartung in Jahre, je nach Größe) 15-18 Jahre

Bemerkungen/ Besonderheiten: Geheiztes Wasserbecken, ½ der Kletteräste dicker als Körper, feuchtes Substrat

Diese Angaben entsprechen aber nicht den aktuellen Haltungsansprüchen von erfahrenene Haltern!

Bei einer KRL von 30cm (entspricht einem großen Tier) würden laut den Mindestanforderungen folgende Maße für ein Terrarium zur Haltung eines Pärchens ausreichen:

90 x 120 x 150cm

Für jedes weitere Tier 20% mehr (wären dann für 1.2 = 93,60 x 124,80 x 156 cm), was jedoch in keinster Weise ausreichend sein dürfte.

Als Idealmaß hat sich in den letzten Jahren folgende Terrariumgröße etabliert:

200 x 100 x 200 cm (Breite x Tiefe x Höhe)!

Hier das Gesetz für Österreich - durch anklicken bitte vergrößern!
6321

Temperaturen
Es sollten verschiedene Temperaturbereiche im Terrarium zu finden sein. Während im oberen Bereich um die 30-32°C gemessen werden sollte, kann es am Boden um die 22-24°C warm sein.
Somit ergibt sich eine mittige Temperaturzone von 26° - 28°C, welches der Vorzugsbereich der Wasseragamen sein dürfte.

Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchte sollte am Tag zwischen 60 und 80% und nachts auf über 85% steigen. Gegen Mittag ist es entsprechend des Ursprungshabitats durchaus umsetzbar, dass die Luftfeuchte kurzzeitig auf 50-60% sinkt und am späten Nachmittag wieder ansteigt. Dies würde dem alltäglichen Ryhtmus im Herkunftsland entsprechen. Dementsprechend würde zweimaliges Sprühen am Tag ausreichen. Einmal am Nachmittag und einmal am Abend, kurz bevor die Beleuchtung ausgeht. Dadurch steigt in der Nacht die Luftfeuchte auf entsprechend hohe Werte.

Bauweise
Bewährt hat sich in den letzten Jahren die Verwendung Holz, (Holzplatten, MDF, Siebdruck, OSb, Beschichtete Spanplatten, Sperrholz, Tischlerplatten)[/i]. Der Rohbau muss entsprechend versiegelt werden. Dies kann mit Epoxydharz, flüssiger Teichfolie, Silikon oder anderem erfolgen.

Der Einbau einer künstlichen Felsrückwand empfiehlt sich, denn sie schafft nicht nur eine Wärmedämmung, sondern auch zusätzlichen Lauf- und Liegflächen. Der Roling kann hierbei aus Styrodur oder Styropor erstellt werden. Plateaus sollten gut befestigt werden, denn die Kraft beim Sprung eines Männchens sollte nicht unerschätzt werden. Auf dem Roling werden mehrere Schichten Fliesenkleber aufgetragen. Die letzte Schicht kann man einfärben, mit Sand beschmeißen oder anderweitig bearbeiten. Auch eine letzte Schicht mit Hypertufa ist denkbar (siehe folgt)!

Hypertufa

Hypertufa kommt ursprünglich aus dem Gartenbereich und ist eine Mischung aus Zement und Torf, mit der z. Bsp. Pflanzentöpfe hergestellt werden können. Die besonderen Eigenschaften von Hypertufa sind:

1. es speichert Feuchtigkeit sehr gut
2. durch den Torf (und Perlite) ist es offenporiger (porös und damit als Nährboden geeignet)
3. es ist eher leicht aber trotzdem sehr stabil

Seit mehreren Jahren wird Hypertufa auch schon in der Terraristik angewendet und hier gibt es verschiedenste Formen der Mischung. Ich habe für das Paludarium folgendes Mischverhältnis verwendet:

1 Teil Portlandzement Typ I
1 Teil Torf/Sand (90% Mauersand 10% roter Terrariensand)
1 Teil Perlite
1 Teil Weisstorf
1/6 Teil Farbpigment orange

Hierbei wird nach Volumen gemischt und das Ganze wird dann mit Wasser zu einer Puddingartigen Masse gequirlt.

Lüftungsschlitze

Das Terrarium muss eine gute Belüftung vorweisen. Stauende Luft ist nicht gut für die Agamen. Die Lüftungsschlitze sollten aber so angebracht sein, dass keine Zugluft entsteht (z. Bsp. unten rechts und oben links, oder unter den Schiebescheiben und über den Scheiben).

Die Lüftungsschlitze sollten nicht zu groß angelegt werden, da ansonsten unnötig viel Wärme verloren geht, aber ausreichen um die Frischluftzufuhr zu gewährleisten!

Substrat
Als Substrat kann ein Gemisch aus ungedüngter Blumenerde (z.B. Teicherde/Torf/Walderde) und Sand verwendet werden. Das Substrat muss stets feucht, aber nicht nass gehalten werden.

Schwimm-/Wasserbecken
Das Wasserbecken kann durchaus 1/3 der Grundfläche oder mehreinnehmen und sollte mindestens 30cm Wassertiefe aufweisen. Da die Tiere nahezu ausschließlich ins Wasser koten bietet sich die Verwendung eines leistungsstarken Außenfilters an. Dieser kann auch mit einem Wasserfall oder Bachlauf kombiniert werden. Wie bereits erwähnt sollte die Wassertemperatur nicht über der Umgebungstemperatur (ca. 22-24°C am Boden) liegen.

Wasserfälle und Bachläufe
Bei der Verwendung eines Außenfilters bietet sich ein Wasserfall oder ein Bachlauf an, denn er erhöht nicht nur die Luftfeuchtigkeit, sondern wird auch gerne als Bademöglichkeit zum Putzen von den Wasseragamen genutzt.

Äste, Klettermöglichkeiten
Es sollten stabile und wetterbeständige Hölzer verwendet werden. Hier haben sich diverse Obstsorten als brauchbar gezeigt.

Die Dicke der Äste sollte mindestens so breit sein, dass das kräftigste Tier ohne Probleme darauf liegen kann. Die beste Variante ist die Nutzung vieler verschieden dicker Äste, so daß jedes Tier seinen Platz findet.

Pflanzen
Echte Pflanzen sind sehr gut für die Luftfeuchte. Schaut hierzu bitte in den Wasseragamen-FAQ unter Pflanzen im Terrarium!

Beleuchtung

Grundbeleuchtung
Die Grundbeleuchtung sollte mindestens 12 Stunden (oder gar 14 Stunden, denn dies entspricht dem Tagesverlauf im Herkunftshabitat) am Tag brennen und kann aus unterschiedlichsten Leuchtmitteln bestehen. Leuchtstoffröhren, Halogenspots, HQI-Strahler und andere sind hier geeignet!

Hier trotz allem will ich hier mal noch die T5- Röhren auflisten, auch um sie mal mit den T8- Röhren zu vergleichen.

Hauptbeleuchtung und UV Bestrahlung
Mindestens 10 Stunden am Tag sollten einige weitere Leuchtmittel, wie Sonnenspots und UV-Strahler brennen.

Als UV-Strahler kann z. Bsp. eine 70 Watt Bright Sun Jungle oder Solar Raptor genutzt werden. Als punktuellen Sonnenspot würden herkömmliche Glühbirnen ausreichen, aber es ist auch der Einsatz von HQI oder CDM-R denkbar. Diese beiden Leuchtkörper geben ein gutes Licht ab und reichen bis hinunter zum Boden.

HQI, CDM-R und UV-Strahler (Bright sun, Solar Raptor) müssen mit einem EVG (Elektronisches Vorschaltgerät) betrieben werden.

Beispiele für ein passendes EVGs
  • PHILIPS HID-PV
  • OSRAM PTI

Die EVGs müssen hierbei der Wattzahl des Leuchtmittels entsprechen!

Sonnenplätze
Es sollten zwei bis drei Sonnenplätze mit lokal über 35°C im Terrarium vorhanden sein.
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