Wasseragamen - Forum   Krankheiten von A-Z 

Selbstständiges Fressen nach schwerer Legenot (incl. Op)

Fragen und Erfahrungsberichte zu Krankheiten unserer Tiere

Beitragvon Wasabi » Mo 02 Sep, 2013 14:04

Alter des Tieres: Ca. 2 Jahr
Geschlecht des Tieres: weiblich
Um welche Wasseragamenart handelt es sich? grüne Wasseragame
Dein Wissensstand: Einsteiger

Wie viele Tiere hälst Du mit diesem Tier zusammen: +2

Hat sich in der letzten Zeit etwas bei der Haltung/Pflege des Tieres geändert?
Wasseragame (Wasabi) ist in ein größeres Terra umgezogen. Die OP war aber schon davor

Was hast Du bereits versucht um das Problem zu lösen?
Alles mögliche an Futter und ganz viel Gedult

Fehlerbeschreibung und Nachricht
Hallo,

Wir haben seit etwa 2 Jahren eine grüne Wasseragame namens Wasabi. Im April haben Wir noch ein Männchen und ein Weibchen dazu gekauft, da wir ein größeres Terra in unserer neuen Wohnung gebaut haben... Wasabi war schon immer sehr schreckhaft und ist sofort ins Wasser geflüchtet sobald sich jemand dem Terra genähert hat. Also haben wir uns auch nicht groß gewundert, dass wir sie häufig nur im Wasser gesehen haben als die beiden Jungtiere eingezogen sind. Im Mai haben wir dann voller Schreck einen Kloakenvorfall entdeckt. Nach einem Telefonat mit einem Befreundeten Tierarzt gab es dann abends erstmal eine antibiotikahaltige Salbe und am nächsten Tag ging es zum Tierarzt im Ort.
Die erste Diagnose lautete: schlimme Infektion. Da war Wasabi schon total schlapp und hat kaum noch die Augen geöffnet. Außerdem war sie extrem abgekühlt und in einem schlechten Allgemeinzustand. Der Tierarzt hat ihr dann ein Antibiotikum gespritzt und etwas Lösung, damit sie wieder zu Kräften kommt. Zu Hause habe ich sie dann in ein kleineres Becken und unter eine Wärmelampe gesetzt, damit ich sie besser beobachten kann. Zwei Tage später dann der nächste Schreck: ein einzelnes Ei lag im Becken.
Darauf hin bin ich mit Ihr als Notfall direkt in die Tierklinik Gefahren. Ein Röntgenbild hat noch acht weitere Eier gezeigt und auf Grund des schlechten Zustandes wurde sie noch am selben Abend operiert und gleichzeitig sterilisiert.
Erstmal waren wir froh, dass sie überlebt hatte, aber jetzt fing das Drama erst an. Die Güte Wollte nicht fressen und bald schon waren die Spritzen vom Tierarzt aufgebraucht (tierarztrechnung waren insgesamt schon über 500€). Der befreundete Tierarzt hat mir dann herbicare gegeben und dass habe ich irgendwann auch in sie rein bekommen. Allerdings war sie so geschwächt, dass sie sich kaum auf der Rinde halten konnte, die wir ihr ins Becken gelegt hatten. So habe ich sie dann eine Zeit lang gefüttert aber eine Besserung war lediglich daran zu sehen, dass sie häufiger die Augen aufgemacht hat.
Herbicare ist rein pflanzlich, also kein Wunder, wenn sie keine Kraft hat. Ich gehe davon aus, dass sie schon während der Legenot ihre Muskulatur als energiesparender aufgebraucht hat. Was auch ihre dünnen Beinchen erklären könnte. Also habe ich angefangen ein bisschen mit dem Futter zu experimentieren: (an lebendfutter ist sie die ganze zeit nicht rangegangen)
Zuerst habe ich es mit einem Proteinpräparat probiert. Hier war allerdings laktose drin und ich musste damit schnell wieder aufhören.
Danach habe ich eine HA Säuglingsnahrung mit dem Herbicare gemischt. Das ganze ist jetzt ohne Laktose und Fruktose und schon bald haben sich Erfolge bei ihrer Kraft eingestellt.
Als sie sich wieder einigermaßen auf der Rinde halten konnte und nicht mehr ständig umgefallen ist habe ich sie ins große Becken zu den zwei anderen gesetzt. Hier sammel ich sie dann raus um sie immer noch mit der Spritze zu füttern.
Seit dem Wochenende habe ich es geschafft ihr kleine Fischstückchen bzw. Surimi zu verfüttern. Das hatte vorher auch nicht geklappt.
So eine lange Geschichte und jetzt meine Frage: habt ihr irgendwelche Tipps was ich ihr noch anbieten könnte. An lebendfutter geht sie nach wie vor nicht. Hat vielleicht jemand die gleichen Erfahrungen gemacht und kann mir sagen wie lange es noch dauern wird?

Schon mal viele Dank
PS: die beiden Jungtiere habe ich dazu bekommen, dass sie zutraulich werden und mir aus der Hand fressen. die kann ich ohne Probleme anfassen und hier wird mir sowas sicherlich nicht mehr entgehen.
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schon gesehen?

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Beitragvon Cliff » Di 03 Sep, 2013 05:55

Hallo Wasabi,

zunächst herzlich Willkommen hier im grünen Forum.

Das hört sich alles ziemlich "drastisch" an und bei all den bereits durchlaufenen Tierarztbesuchen fällt es mir schwer eine wirklich weiterführende Meinung abzugeben.

Wie mir scheint, hat das Tier in letzter Zeit neben Krankheit auch einiges an Stress erfahren und dies wirkt sich natürlich auch auf den Gesundheitszustand aus. Nichtsdestotrotz hilft anscheinend nur Zwangsernährung und hier kann ich nur auf meine Erfahrung mit einer kranken Wasseragame aus einer Zoohandlung zurückgreifen. Diese verweigerte auch alles Futter und so habe ich begonnen, Zophobas mit einer Pinzette ins Maul "zu drücken", welche daraufhin in den meisten Fällen auch verzehrt wurden. Diese Methode ist aber durchaus rabiat und ist nicht gerade stressfrei. Während der Wurm in der Pinzette steckte, habe ich mit der Unterseite Druck auf den Unterkiefer ausgeübt und als sich das Maul etwas öffnete, habe ich den Wurm quasi ins Maul "reingedreht". Womöglich sind die Zophobas auch zu groß und man sollte dies mit Mehlwürmern versuchen.

Letztendlich steht aber womöglich auch die Entscheidung an, ob man das Tier von all seinen Leiden befreien sollte. Hast du evtl. ein Foto von dem Weibchen, dass wir sehen können in welchem Zustand sich das Tier befindet?

Wohlwollende Grüße
Cliff
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Beitragvon s_roesle » Di 03 Sep, 2013 07:40

Kuckuck,

Ich finde aber auch, dass sich das alles extrem schlecht anhört.
Was sagt denn der Tierarzt über den Allgemeinzustand des Tieres und über eine mögliche Genesungszeit?

Mein persönlicher "God-father-of-reptiles" hatte mir mal in einem sehr drastischen Fall, bei der ein Tier kaum/kein Lebendfutter annahm, zu einem bestimmten Katzenfutter (welches müsste ich eruieren, das weiß ich nicht mehr) geraten.. welches -gemischt mit Korvimin- mittels Pipette verabreicht wurde.
Das macht das Tier "stark", päppelt es auf, gibt viele erforderlichen Nährstoffe.
.. früher war das Gang und Gebe in der Terraristik .. und der, der mir das mal geraten hatte, ist halt ein "alter Hase" ;-)

Ob dein Tier dadurch aber irgendwann wieder an Lebendfutter geht .. bzw. ein Leben führen kann, welches es für eine Wasseragame lebenswert macht.. das kann dir niemand sagen.

In meinem Fall damals, musste das Tier irgendwann euthanasiert werden, da viel zu hohe Nierenwerte festgestellt wurden (welche durch den Vorbesitzer verursacht wurden)..

Wurden denn mal Blut -und Nierenwerte überprüft?

Lg, Heidi
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Beitragvon s_roesle » Di 03 Sep, 2013 10:33

So, habe mit meinem "god-father-of-reptiles" gesprochen:
"das ganz teure Katzenfutter mit mindestens 80% Geflügel. Fein muss es sein, kein grobes. ... Katzenfutter weil es kein Chitin hat, wie z.b. zerstossene Insekten + belastet kaum den Magen"
Natürlich darauf achten, dass es keine Zusatzstoffe enthält ;)

An dieser Stelle will ich aber für alle Mitleser nochmal sagen, dass das nur in den ausdrücklichsten Notfällen gemacht werden darf!!
!!Und es dient lediglich zum Aufpäppeln, nicht zum Erhalt des Lebens.. oder langes/unnötiges Rauszögern!!
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Beitragvon Wasabi » Di 03 Sep, 2013 17:30

Hallo,

vielen Dank für die Antworten.
Also Einschläfern kommt für mich nicht in Frage. Wasabi hat so tolle Fortschritte gemacht. Von total schlapp auf wieder fit genug um zu klettern und auch wieder zu flüchten ;-) Sie bekommt immer mehr Kraft und ist mittlerweile auch wieder munter.

Sicherlich ist es für sie Stress mit der Hand gefüttert zu werden, deshalb ja meine Frage ob Ihr irgendwelche Tips habt, wie wir sie schneller aufpeppeln können.

Das mit dem Katzenfutter ist eine gute Idee. Bestimmt eine proteinreiche Alternative zu der HA Babynahrung.

Mehlwürmer habe ich auch schon probiert aber die spuckt sie sofort wieder aus. Werde ich aber in den nächsten Tagen noch mal probieren, denn heute hat sie wieder ein Stück Surimi gefressen.
Somit weiss ich schon mal, dass sie auch keine Probleme mit dem Kiefer hat und bin zuversichtlich, dass sie irgendwann doch wieder selbstständig frisst.
Besten Dank schon mal für die Antworten. (Foto folgt noch)
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Beitragvon tinie » Mi 04 Sep, 2013 12:59

Hallo

auch von mir Wasabi erstmal ein Herzliches Willkommen. :D

Ein Einschläfern würde ich jetzt auch nicht empfehlen, da das Tier ja schon kleine Fortschritte gemacht hat und ein Anschein der Genesung gibt.
Zum Aufpäppeln haben wir immer das Bioserin gegeben, bis das Tier erstmal wieder Substanz hatte und danach solltest du mit dem Füttern, was dein Tier verträgt und wonach der Darm des Tieres ausgelegt ist. Habe mich da auch schon mit alten Terrarianern unterhalten, die würgen den Tieren alles rein, was Kraft geben könnte und haben auch durchaus Glück damit, was aber nicht unbedingt ernährungsphysiologisch sinnvoll ist, kenne das auch mit Gelbei, Babybrei, Katzenfutter, Hunde-Welpenfutter, das vegetarische Herbicare und und und...... Eine spezialisierte Reptilienärztin (behandelt seit Jahrzehnten ausschließlich Reptilien) meinte , das am besten die Nahrung vertragen wird, welche das Tier in der Natur frisst, klang sinnvoll und danach halte ich mich jetzt auch. Anfangs kann man diese Futtertiere auch zu Brei matschen und kannst auch gerne ein Anteil von der Supplementierung hineingeben, später kann man dann anfangen es lebendig hinzuhalten und irgendwann ist das Tier wieder soweit, die Nahrung abzunehmen. Die Wasseragamen sind in der Hinsicht meiner Meinung nach sehr empfindlich und treten schnell in Hungerstreik.
Würde auch nicht aufgeben, nur wenn der Tierarzt es rät auf Hinsicht ihres aussichtslosen Gesundheitszustandes.
Lieben Gruss von tinie
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Beitragvon s_roesle » Do 05 Sep, 2013 07:11

Prinzipiell teile ich die Meinung von Tinie zwar.. aber, wenn ein Tier in der freien Natur , also ohne Tierarzt etc., schon längst verstorben wäre - dann kann man meiner Meinung auch zu Mitteln greifen, die sich bewährt haben und nicht zwingend etwas mit der Nahrung zu tun haben, welche sie in der Natur fressen würden.

So hat halt jeder seine Meinung darüber..

Lg aus Hamburch
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Beitragvon tinie » Do 05 Sep, 2013 07:34

Moin moin

jap, die Meinungen und Erfahrungen sind verschieden,
und wenn es einem Tier schlecht geht, ist sicher jedes Mittel
lieb, Hauptsache es frisst wieder.
In dem Falle wurde ja schon Nahrung angenommen,
deshalb denke ich, nur eine Frage der Zeit, bis es wieder
frisst und riet deshalb eher zu den normalen Sachen.
Lieben Gruss von tinie
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Beitragvon Wasabi » Fr 11 Jul, 2014 12:53

Hallo,

Es hat jetzt über ein Jahr gedauert, aber mittlerweile frisst Wasabi wieder von ganz alleine. Sie jagt wieder munter Futtertiere und häutet sich auch wieder. Trotzdem ist sie in dem einen Jahr kaum gewachsen, aber sie brauchte Ihre Kraft wohl erstmal um gesund zu werden.

Am Ende hab ich gute Erfahrungen gemacht mit einer Mischung aus Herbi Care und einer milchfreien Spezial-Baby-Nahrung ohne Zusatz von Fructose und Lactose. Als sie dann wieder anfing zu Kauen habe ich die Baby-Milch weggelassen und nur noch Herbi-Care über eine Pipette verfüttert und zusätzlich Surimi gegeben.

Und um jeglicher Kritik gleich vorweg zu greifen, dass ist nicht die Ernährung die auch nur annähernd artgerecht ist und für Wasseragamis empfohlen werden kann. War als letzte Möglichkeit aber erfolgreich :-)
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Beitragvon Cliff » Fr 11 Jul, 2014 19:37

Hi!

Das hört sich doch letztendlich ganz gut an :D

Ärger bekommst du vermutlich wegen der Verniedlichung von Wasseragamen :P ^^ *kleiner Spaß*

Sommerliche Grüße
Cliff
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