Wasseragamen - Forum   Terrarienvorstellungen 

Neubau unseres Wasseragmen-Terrariums

Hier könnt Ihr Eure Terrarien vorstellen.
Bitte für jedes Terrarium ein neues Thema erstellen!

Beitragvon DrNo » Mo 03 Okt, 2016 12:50


Hallo an alle.
Endlich habe ich die Zeit gefunden mal einige Bilder von unserem neuen Wasseragamen-Terrarium einzustellen.

Noch kurz zu mir. Ich bin Verheiratet mit einer tollen Frau, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat ein Tierheim zu leiten.
Daraus resultiert, das es immer wieder arme Geschöpfe zu uns nach Hause schaffen.
Das letzte war dann ein adultes Wasseragamen-Mänchen. Alter laut Spezialist aus München ca. 10 Jahre.

Da ein Tierheim in den wenigsten fällen auf so ein Tier eingestellt ist, musste ich mir was einfallen lassen.

Also musste ein neues Terrarium her. Um kosten zu sparen versuchte ich viele vorhandene Baumaterialien zu verwenden.

Teile der Beleuchtung, Glasscheiben, Kunststoffteich, Filteranlage und einiges an Holz waren vorhanden. :up:

Dann ging es auf dem Papier los. Kurze Zeichnung und los ging es. Der Platz wurde gewählt, das ehemalige Kinderzimmer unseres Jüngsten.
Im Tierheim war kein Platz, also doch bei uns Zuhause. 8)

Begonnen habe ich mit zwei vorhanden Grundplatten. Die unterste war auf Rollen(Dies würde sich im Nachhinein als Problem herausstellen). :shock:
Da Loch für den Teich wurde gesägt und der Teich probeweise eingesetzt, Die Höhe der Stützen wurde so gewählt das der Teich auf der Grundplatte aufliegt.
Dann erfolgte der Aufbau mit einem Gestell aus Holzlatten bis zur Decke. Das alles ging mit dem richtigen Werkzeug richtig flott, nur das ständige hoch und runter laufen wurde zum echten Fitnesstraining. :lol: Sägen im Garten und Montage im ersten Stock. 8)
Nach dem das Grundgestell fast fertig war, wurde das ganze von der Innenseite mit Feuchtraumplatten aus Rigips verkleidet.

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In der Front wurde ein großes Fenster bestehend aus 2 Scheiben zum schieben eingeplant. An den schrägen Seiten wurden 2 feste Scheiben eingesetzt. Hier hatte ich alte Glasregalböden in 8mm zur Verfügung.
Wie gesagt ich musste sparen und es wurde alles verwendet was da war.

Nach dem ich innen alles verleidet hatte wurden die Fugen vergipst und verschliffen. Ein Schutzanstrich aus Badezimmergrundierung wurde in mehreren Schichten aufgetragen. Die Wartezeit zwischen den Arbeitsschritten war nervig, wurde aber dazu genutzt weiteres kostengünstiges Baumaterial zu organisieren.

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Nach der Trocknungszeit wurde der Teich mit Bauschaum eingesetzt und mit Aquariumsilikon abgedichtet, Da vermieden werden sollte das irgendwo Wasser am Schluss am Grund stehen bleibt, wurde um den Teich mit Styropor in der richtigen Stärke aufgefüllt und die Lücken wieder mit Bauschaum verspritzt. Der Bauschaum wurde dann soweit wieder abgeschnitten, das eine ziemlich Glatte Oberfläche übrig blieb.

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Weil Feuchtigkeit in einem Tropenterrarium ein großes Problem da stellt, habe ich Teichfolie (diese musste ich leider kaufen :x1: ) am kompletten Grund ausgelegt. Die Schwierigkeit bestand darin alles Glatt und eben zu bekommen und natürlich auch noch dicht.
Die komplette Folie wurde verklebt und an den Seiten 30 cm hoch geklappt. Auf der suche nach etwas zum beschweren während der Trocknungszeit, fand ich meine alten Hantelgewichte. Endlich weis ich wozu man die benutzt. :lol:

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Nach dem die Folie am Grund getrocknet war, wurden sie an den Seiten nach oben verklebt. Auch hier sollte alles glatt anliegen. zum Schluss die Folie in den Teich noch ein Stück überlappen lassen, einschnitten und komplett verklebt.

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Bis dahin dachte meine Frau noch das ich keinen Dreck mache...... :lol: :lol: :lol: Dann kam das Styropor in seiner ganzen kraft. :shock:

Alle Seiten wurden verkleidet und vollflächig verklebt. An der Rückwand und den geraden Seiten 35 mm, der Rest 20 mm stark.
Vom Grund bis zum Boden, die Fenster freigelassen.

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Auch hier musste alles erst mal trocknen. Unter der Woche war genug zeit dazu.

Am darauf folgenden Wochenende sollte es mit der Grundgestaltung der Rück.-und Seitenwände begonnen werden. Hierzu verklebte ich, für die Liegeplätze und den Bachlauf, mehrere schichten Styroporplatten auf einander. Diese wurden dann mit dem Messer, der säge und dem Heißluftföhn in Form gebracht.
Verschiedene Platten befestigte ich an der Rück.-und Seitenwand mit Silikon.
Mit dem Föhn fing ich dann an einige Strukturen auszuarbeiten.

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Jetzt begann die richtige Sauerei. In Wochenlanger Arbeit wurde Fliesenkleber in sehr vielen Schichten auf den gesamten Wänden verteilt. Viele feine Strukturen geformt(dies hätte ich mir im nachhinein sparen können) und viel Dreck verursacht.
Zum Leidwesen meiner Frau blieb der Dreck und Staub nicht nur in dem einen Zimmer. :shock:

Aber ich tat es ja auch für Sie, somit lies sie Gnade vor recht walten. :angle:

Der Bachlauf wurde in der Garage bearbeitet und dann nachträglich eingepasst.

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Diese Arbeit zog sich über fast 4 Wochen hin, es sollte ja immer richtig trocken sein und arbeiten musste ich ja auch noch. 8)

In der Zwischenzeit fing ich an mich über die Beschichtung der Wände zu konzentrieren. :book:
Viel lesen hilft viel und das Internet kennt viele Rezepte. :mrgreen:

Ich entschied mich für Hypertufa, dies schien mir die beste Wahl zu sein. Das beschaffen der Zutaten stellte mich vor eine größere Herausforderung als gedacht. Nach einigen Tagen und vielen Kilometern mit dem Auto, hatte ich alles zusammen.
(ps.: wenn noch einer Perlit braucht, ich habe noch was übrig :lol: )

Die Mischung der Komponenten erfolgte in der Garage und das war gut so.... :wink:

Zuerst versuchte ich mich an dem Bachlauf, dies konnte ich auch in der Garage üben. Es funktionierte erstaunlicher Weise sehr gut und der Dreck hielt sich in grenzen.

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Dann erfolgte die mit Sicherheit anstrengendste Arbeit an dem ganzen Terrarium, man glaubt gar nicht wie schwer das Zeug mit der Zeit wird. Durch die Konstruktion war ja auch nicht wirklich viel Platz und der Muskelkater am Abend war vor programmiert. :weight:
Zum Glück hatte ich die Deckenplatte noch nicht montiert, somit hatte ich wenigstens Frischluft bei der Arbeit.
Ich hatte leider schon einen der starken Äste quer fest mit eingearbeitet, das machte das ganze nicht einfacher.
Auch hier zog sich die Arbeit mehrere Wochen hin, aber das Ergebnis war echt cool. Ich weis nicht wie viele Eimer ich angerührt und in den ersten Stock hochgetragen habe, aber es waren verdammt viele.

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3/4 viertel der Wände bewarf ich, direkt nach dem Auftragen, mit losem Torf und drückte diesen etwas fest. Im oberen Bereich lies ich das Hypertufa ohne extra Torfschicht. Dort war es bereit Trocken und die Idee mit dem Torf hatte ich erst später.
Einige Angebrachte Styroporplatten ließ ich ohne Beschichtung, diese wurden dann in Steinoptik lackiert und versiegelt.
Ich begann auch gleich mit dem Hypertufa viele Korkteile mit zu befestigen. Dadurch wurde das ganze sehr 3 Dimensional und man sieht keine Befestigungen.

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Des weiteren hatte ich gleich im Vorfeld Blumentöpfe mit eingearbeitet, diese wurden dann auch mit Fliesenkleber verkleidet. Damit sich keine Staunässe darin bildet, wurden kleine Bohrungen angefertigt und Schläuche eingeklebt.

So das ist Teil eins ,meiner Baudoku. der Rest folgt in kürze.. :wink:
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Beitragvon DrNo » Mo 03 Okt, 2016 13:43

So und weiter geht's....... :D
Nach dem ich fast alle Wände verkleidet hatte, wurde der Bereich um das Wasserbecken noch etwas erhöht.
Die erfolgte mit Styroporstreifen und Bauschaum. Nach dem Trocknen zurecht geschnitten und mit Fliesenkleber verkleidet.
Auch hier waren mehrere Schichten nötig und eine längere Trockenzeit.
Um auch hier Staunässe zu vermeiden, wurden Ablaufschläuche mit eingearbeitet. Das Wasser aus der Beregnungslage sollte ja wieder in den Wasserbereich fliesen.
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Im dem Bereich der direkt mit Wasser in Berührung kommt und im Bachlauf, wurde alles in mehreren Schichten mit Epoxidharz versiegelt.
Im Bachlauf dann noch mit kleinen Steinen beworfen.
Den Bachlauf hatte ich inzwischen auch schon mit Hypertufe in das Terra eingearbeitet.
Mit einem langen Bohrer habe ich dann im oberen Bereich des Bachlaufes ein 12 mm großes Loch gebohrt und einen Schlauch direkt nach außen durch geschoben. Alles gleich wieder mit Auqariumsilikon abgedichtet und trocknen lassen.
Die Außenwände des Terrariums waren ja immer noch im Rohbau. Das hatte den Grund, das ich erst alles innen fertig machen konnte und im nachhinein alle Leitungen und Schläuche verlegen konnte.

Nach der Trockenzeit des Aufbaus, wurde auch dieser noch mit Hypertufa beschichtet.

Jetzt begann ich mit der Deckenplatte. Diese fertigte ich aus einer 20 mm starken Multiplexplatte. Die Platte ist sehr robust und die braune glatte Optik sieht innen richtig gut aus. Mit allen Lampen und der kompletten Verkabelung bestückt habe ich dann die Platte komplett auf das Terra gesetzt. Als Auflage für die Platte wurden Moosgummistreifen oben auf die Latten geklebt.
Dadurch liegt die Platte satt auf und das Moosgummi dichtet gut ab. Mit 6 Schrauben befestigt fertig. 8)

Durch diese Konstruktion kann ich die Platte jeder Zeit gut abmontieren. :up:

Nach Fertigstellung der Decke kam die Dekoration, hier konnte meine Frau Ihre Fähigkeiten ausspielen. Der Boden wurde erst mal von allem Dreck mit dem Staubsauger befreit, der lose Torf an den Wänden abgekehrt und die Pflanzen eingesetzt. Äste befestigt und Moos aufgebunden.


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Nach dem Einsetzen der beiden Schiebefenster konnten wir unser Werk erstmals betrachten. :blink2:
Und ganz ehrlich, wir waren zufrieden.

Einige Wochen gingen ins Land, bis ich die Beregnungsanlage in Eigenbau fertig hatte. Installiert sind 6 Düsen mit verschiedenen Sprühwinkeln. Als Pumpe dient eine Pumpe aus einem Kaffeeautomaten. Funktioniert gut. In dieser zeit konnte ich auch gut das Klima überprüfen und die Steuerung der Beleuchtung verfeinern.
Der Teich läuft über einen Aussenfliter im unteren Bereich des Terras. eine zweite Pumpe versorgt in Zeitabständen den Bachlauf.

Das Wasser für die Beregnungsanlage läuft zur Zeit noch über einen 25 Liter Außen Behälter der mit sauberen Regenwasser aufgefüllt wird.

Als Bodengrund habe ich eine Schicht Kies, eine Lage Flies und dann Ein Gemisch aus Torf und Waldboden.

Jetzt kommt das Problem mit den Rollen. Ihr könnt euch denken das Ding ist schwer....... :(

Die Rollen waren inzwischen eckig und an ein Schieben war fast nicht mehr zu denken. leider musste das Terra aber an eine andere wand. :wallb:
Mit viel Hilfe von Freunden und vielen Latten haben wir es dann doch geschafft es an die neue Position zu verschieben. Dort steht es jetzt auf einem Lattengerüst. :up:

Nach dem sich das ganze System eingespielt hatte durfte unser Bubi dann einziehen. Er scheint sich richtig wohl zu fühlen. Klettert viel auf und ab. Geht schwimmen und Sonnt sich an den verschiedensten Stellen. Er Frist gut und der Tierarzt aus München bescheinigt uns seinen inzwischen sehr guten Zustand.

Die Pflanzen wachsen sehr schön, einige mussten ausgetauscht werden weil sie für den Standort dann doch nicht so besonders waren. Aber das ist denke ich normal.

Inzwischen ist das Terra auch Isoliert und von außen verkleidet.

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Ich hoffe mein kleiner Bericht gefällt Euch.

Gruß Micha.
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Beitragvon s_roesle » Di 04 Okt, 2016 10:20

Hallo Micha,

ein schönes Projekt was ihr euch da vorgenommen und auch umgesetzt habt! :up:
Ihr scheint euch wirklich sehr gut eingelesen zu haben, was man z.B. an den verwendeten Materialen sieht und am Endstand vom Terrarium.
Habt ihr wirklich sehr gut gemacht.

1,2 Sachen hätte ich aber dennoch.
Ein Großteil der Äste wirkt relativ glatt - kann natürlich täuschen. Rau und/oder mit Rinde wäre besser.
Der Bachlauf sieht nicht sehr groß aus. Das stört das Tier natürlich überhaupt nicht, aber ich hätte Angst nach hause zu kommen und das komplette Wasser wäre in's Terrarium umgelenkt worden (z.B. durch Gliedmaßen vom Tier).

Die Maße vom Terrarium wären interessant :)

Grüße, Heidi
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Beitragvon Cliff » Mi 19 Okt, 2016 08:18

Moin Moin und zunächst (etwas verspätet) herzlich Willkommen in der überschaubaren Runde ;-)

Das Terrarium sieht wirklich sehr gut aus und den Anmerkungen von Heidi schließe ich mich an ... Ein Video würde ich hier auch sehr interessant finden :D
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